Zehntausende feierten 25 Jahre Regenbogenparade am Ring

18. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Die Wiener Regenbogenparade zog am Samstag zum 25. Mal über die Ringstraße. Coronabedingt fand die Parade als reine Fußgänger- und Fahrraddemo statt.

Ab 14 Uhr und bei Temperaturen vom weit über 30 Grad startete die Regenbogenparade mit rund 20.000 Teilnehmern am Samstag unter dem Motto "Stay safe, stay proud" vor dem Rathausplatz bzw. Burgtheater. Die Parade bewegte sich gegen die Fahrtrichtung einmal rund um Ring und Kai und wieder zurück. 

Punkt 18.30 Uhr war dort die Veranstaltung zu Ende, mit Songs von Lady Gaga und Miley Cyrus wurden die Feiernden in den Abend entlassen. Pride-Organisatorin Katharina Kacerovsky-Strobl freute sich, dass "trotz einem Krisenjahr so viele Menschen teilgenommen und die Jubiläums-Regenbogenparade wieder einmal zur größten Demonstration Österreichs gemacht haben". Besonders freute sie sich auch über die vielen Teilnehmer "die nicht selbst lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intergeschlechtlich oder queer (LGBTIQ) sind. Die gemeinsame Demonstration für gleiche Rechte, Sichtbarkeit und Respekt zeige, dass große Mehrheit in Österreich ist längst weiter als die Politik sei und wisse: "Es ist nicht wichtig, wen man liebt - wichtig ist, dass man liebt."

Wien grüßt Budapest und Warschau

Die Organisatoren der Vienna Pride konnten bei der Abschlusskundgebung auch jene der Budapest Pride begrüßen, zudem gab es eine Videobotschaft aus Polen, wo zeitgleich um 14.00 Uhr der "MarszRowności" in Warschau startete. Kacerovsky-Strobl hob im Gespräch mit der APA die Wichtigkeit der Solidarität mit der LGBTIQ-Community aus diesen Ländern hervor. Daran, dass es auch 50 Jahre nach der Entkriminalisierung von Homosexualität in Österreich noch zahlreiche Gründe gebe auf die Straße zu gehen, erinnerte Ann-Sophie Otte, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien, schon vor der Parade.

Nach dieser bezeichnete die HOSI-Obfrau diese als ein starkes Zeichen dafür, dass LGBTIQ-Menschen endlich die gleichen Rechte wie alle anderen haben müssen: "Wir brauchen endlich vollen Diskriminierungsschutz in allen Lebensbereichen, vom Kaffeehaus bis zur Wohnungssuche. Und intergeschlechtliche Kinder, also solche, die biologisch nicht eindeutig Buben oder Mädchen sind, müssen endlich vor medizinisch unnötigen Operationen im Genitalbereich geschützt werden."

Eine Festnahme bei Gegenveranstaltung

Was den Schutz vor Corona betrifft, so wurde vom Veranstalter das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen, dem wurde jedoch nur von wenigen Teilnehmern nachgekommen, schließlich lief die Veranstaltung auch im Freien ab. Zwischenfälle gab es während der Parade keine, vonseiten der Polizei wurde lediglich eine Festnahme wegen aggressiven Verhaltens andernorts, bei der Gegenveranstaltung des christlichen Vereins "Pro Vita", dem "Marsch für die Familie" am Stephansplatz vermeldet. Was die Regenbogenparade betrifft, so gab es bei der Schlusskundgebung am Rathausplatz dann doch einen Vorfall, bei dem drei Aktivisten ein Anti-Pride-Banner entrollten und mit Pyrotechnik auf dieses aufmerksam machten, diese Aktion wurde von der Exekutive jedoch bald beendet.

Wiederkehr: "Ohne Vielfalt droht die Einfalt"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen meldete sich per Videobotschaft, und stellte klar, dass LGBTIQ-Rechte Menschenrechte sind, eine Diskriminierung dürfe es in Europa nicht geben. Menschen seien verschieden, und Van der Bellen dankte den rund 20.000 Teilnehmern im Rathauspark dafür, diese Vielfalt bei der Vienna Pride so deutlich spürbar gemacht zu haben. Auch Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) machte die Vielfalt zum Thema, nannte sie die "entscheidende Basis für eine weltoffene Gesellschaft" und warnte: "Ohne Vielfalt droht die Einfalt."

Quelle: Agenturen