Viele Spielzeuge aus Drittländern verletzen EU-Normen
Die Hauptgründe waren verschiedene Kennzeichnungsmängel, darunter fehlende CE-Kennzeichnungen, unzureichende Warnhinweise sowie Mängel in der sprachlichen Ausführung der Kennzeichnung. Geprüft wurde vom Bundesamt für Verbrauchergesundheit und dem Zollamt Österreich.
Europaweit wurden rund 20.000 Spielzeuge und kleine Elektrogeräte kontrolliert. 84 Prozent ausgewählte Produkte wurden nach einem Labortest als gefährlich eingestuft. "Der Online-Boom darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder gehen. Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet, dass jedes Produkt - egal woher es kommt - denselben strengen EU-Regeln unterliegen muss", sagte Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Staatssekretärin für Konsumentenschutz.
In den vergangenen Jahren hat der Online-Handel mit elektrischen Geräten stetig zugenommen. So habe sich das Volumen der in die EU versendeten Kleinsendungen seit 2022 jährlich verdoppelt, hieß es vom Ministerium. Mittlerweile würden solche Kleinsendungen 97 Prozent aller Lieferungen ausmachen.
Dagegen will Brüssel vorgehen: Kleine Waren aus Nicht-EU-Ländern werden künftig teurer. Bisher waren Pakete, die in die Union geschickt wurden und einen Wert unter 150 Euro hatten, zollfrei. Doch mit 1. Juli 2026 ändert sich das. Ab dann beträgt der einheitliche Zollsatz drei Euro. Damit will man die Zahl der Bestellungen aus Drittstaaten reduzieren. "Die Flut von Kleinsendungen aus Drittstaaten, die in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist, stellen nicht nur für den europäischen Binnenmarkt eine Herausforderung dar, sondern auch für die Gesundheit und den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, wie der hohe Prozentsatz der als gefährlich eingestuften Produkte zeigt", sagte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ).
Zusammenfassung
- Bei einer EU-weiten Kontrollaktion wurden rund 20.000 Spielzeuge und kleine Elektrogeräte aus Drittländern überprüft, wobei 84 Prozent der getesteten Produkte nach Labortests als gefährlich eingestuft wurden.
- In Österreich entsprachen 78 Prozent von 69 getesteten Kinderspielzeugbestellungen nicht den EU-Sicherheitsvorschriften, insbesondere wegen fehlender CE-Kennzeichnungen und mangelhafter Warnhinweise.
- Ab 1. Juli 2026 wird auf Kleinsendungen unter 150 Euro aus Nicht-EU-Ländern ein einheitlicher Zollsatz von drei Euro erhoben, um die Zahl der Bestellungen und die Risiken für Konsumenten zu reduzieren.
