Waldbrände in Chile: Mutmaßliche Brandstifter festgenommen
Die in Biobío festgenommene Person kam jedoch wieder frei, ohne dass Anklage erhoben wurde. Am Donnerstag kämpfte die Feuerwehr in den am stärksten betroffenen Regionen Araucanía, Ñuble und Biobío noch gegen 19 Brände.
Am Samstag waren etwa zeitgleich mehrere Brände in Biobío rund 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile ausgebrochen. Wegen der Hitze im derzeitigen chilenischen Sommer und starken Winds breiteten sich die Flammen schnell aus und zerstörten ganze Viertel, insbesondere in den kleinen Städten Penco und Lirquén.
Bis Mittwoch stieg die Opferzahl durch die Brände in Südchile auf insgesamt 21 Tote, wie Innenminister Álvaro Elizalde bei einer Pressekonferenz sagte. Staatschef Gabriel Boric besuchte zum zweiten Mal die Brandgebiete in Biobío. Auch wenn die Aufräumarbeiten bereits begonnen hätten, befinde sich die Region immer noch "im Notstand", sagte Boric. Sein gewählter Nachfolger Antonio Kast kündigte bei einem Besuch in Biobío und Ñuble an, seine Regierung werde "niemanden im Stich lassen".
Noch tausende Feuerwehrleute im Einsatz
In den Regionen Ñuble, Biobío und La Araucanía waren am Mittwoch weiterhin noch fast 4000 Feuerwehrleute im Kampf gegen die Brände im Einsatz, die laut der chilenischen Forstbehörde Conaf bereits fast 40.000 Hektar Land zerstört haben.
Es sind die schlimmsten Waldbrände in Chile seit Februar 2024. Damals waren in der Küstenregion Viña del Mar 138 Menschen ums Leben gekommen. Eine Untersuchung ergab, dass die Brände damals vorsätzlich von Feuerwehrmännern und Forstbeamten gelegt worden waren.
Nach Angaben des Chilenischen Zentrums für Klimawissenschaft erhöht die Erderwärmung die Waldbrandgefahr in dem südamerikanischen Land. Seit mehr als einem Jahrzehnt werden demnach höhere Temperaturen und längere Trockenheitsphasen gemessen.
Zusammenfassung
- Bei den aktuellen Waldbränden im Süden Chiles sind bis Mittwoch 21 Menschen ums Leben gekommen, während rund 4000 Feuerwehrleute weiterhin gegen 19 aktive Brände kämpfen.
- Die Polizei nahm insgesamt drei mutmaßliche Brandstifter fest, wobei eine Person aus Biobío wieder freikam, und die Flammen zerstörten fast 40.000 Hektar Land, insbesondere in den Städten Penco und Lirquén.
- Staatschef Gabriel Boric erklärte die Region weiterhin zum Notstand, während sein Nachfolger Antonio Kast versprach, dass seine Regierung "niemanden im Stich lassen" werde.
