APA/HELMUT FOHRINGER

Vater stach auf Sohn ein: Vier Jahre Haft

01. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Ein 66-jähriger Vater soll Anfang Jänner versucht haben, seien Sohn mit drei Messerstichen in den Bauch zu töten. Am Freitag bekam er in Wels vier Jahre Haft wegen schwerer Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen Mordversuchs erhoben, das Urteil erging dann jedoch wegen absichtlich schwerer Körperverletzung. Zur Tat kam es am 5. Jänner, nachdem Vater und Sohn stark betrunken wegen zu lauter Musik zu streiten begonnen hatten.

Opfer verlor 1,5 Liter Blut

Der Staatsanwalt sprach von einem generell "schwierigen Vater-Sohn-Verhältnis" und meinte auch, das Opfer sei "kein Sympathieträger" und habe laut Vater schon "mehrfach Grenzen überschritten". Nach starkem Alkoholkonsum sei die Situation eskaliert, plötzlich habe der Angeklagte mit einem "Kampfmesser mit voller Wucht dreimal dem Sohn in den Bauch gestochen". Dieser verlor 1,5 Liter Blut.

Nach Anruf vom Vater verständigte Mutter Rettung und Polizei

Für den Staatsanwalt lag eine klare Tötungsabsicht vor. Auch Aussagen vor Gericht wie "ich rastete aus und stach zu" würden dies belegen. Laut dem Opfer soll er noch "stirb Hurensohn, du wirst sterben" gerufen haben. Dass sich der 66-Jährige nur verteidigen wollte, weil er von dem 34-Jährigen tätlich angegriffen worden sei, dafür fehle jeder Beweis. Und dass der Angeklagte, nachdem er den Sohn blutend am Boden sah, seine von ihm getrennt lebende Frau anrief, könne unterschiedlich interpretiert werden, so der Staatsanwalt. Denn auch wenn dieser in dem Telefonat meinte, die Frau solle Rettung und Polizei rufen, erklärte er auch, den Sohn getötet zu haben.

Für den Verteidiger war jedoch besagter Anruf ein Indiz für einen Rücktritt vom Mordversuch. Schließlich habe sein Mandant die Rettungskette in Gang gesetzt. Als das Rettung erschien, hatte dieser den Schwerverletzten bereits in die stabile Seitenlage gebracht und ein Glas Wasser geholt. Ohne Hilfe wäre der 34-Jährige verstorben, hatte auch der Sachverständige erklärt.

Die Geschworenen vertraten auch die Ansicht, dass der Vater den Sohn "nur" absichtlich schwer verletzt habe. Sowohl Staatsanwalt als auch Verteidiger nahmen das Urteil an.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam