USA: Zwei weitere Attacken mit Schusswaffen

03. Juni 2022 · Lesedauer 4 min

Circa eine Woche nach dem Amoklauf in Texas kam es gestern wieder zu zwei Attacken mit Schusswaffengewalt. US-Präsident Joe Biden will nun ein Verbot von Sturmgewehren.

Auf einem Parkplatz vor der Cornerstone Kirche in Ames, Iowa, erschoss ein Mann zwei Frauen und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. In Racine, Wisconsin, wurden mindestens zwei Personen durch Schüsse auf einem Friedhof verletzt. Kurz zuvor hatte US-Präsident Joe Biden einmal mehr eine Verschärfung der Waffengesetze und ein Verbot von Sturmgewehren gefordert.

Als die Polizisten am Tatort in Ames eintrafen, fanden sie drei Tote vor. Nicholas Lennie vom lokalen Polizei-Department erklärte, man gehe von einem Einzeltäter aus. Informationen über die Identitäten der Opfer und des Täters lagen noch nicht vor.

Zum Fall in Racine hieß es, bisher sei kein Täter festgenommen worden. Die Schüsse wurden auf Menschen am Graceland Cemetery abgegeben, die laut Berichten einer Beerdigung eines Afroamerikaners beiwohnten, der Ende Mai bei einer Polizeikontrolle erschossen worden war. Angehörige sagten im lokalen Fernsehen, dass Mitglieder der Trauergemeinde verletzt wurden. In anderen Medienberichten war von fünf Verletzten die Rede, und davon, dass der Schütze aus einem Auto heraus das Feuer eröffnet hatte.

In den USA häufen sich in den vergangenen Tagen die Gewalttaten mit Schusswaffen. Die Taten am Donnerstag wurden nur einen Tag nach einem weiteren Angriff in einem Krankenhaus in Tulsa, Oklahoma, verübt. Dabei tötete ein Mann vier Menschen. Eine Woche zuvor hatte ein 18-Jähriger bei einem Massaker an einer Volksschule in Texas 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen.

"Können amerikanisches Volk nicht im Stich lassen"

Nach dem erneuten Schulmassaker bereiten derzeit Mitglieder des US-Senats eine leichte Verschärfung des laxen Waffenrechts vor. "Wie viel mehr Blutvergießen sind wir bereit zu akzeptieren?", fragte Biden am Donnerstagabend in einer emotionalen Ansprache im Weißen Haus in Washington. Der Demokrat nannte es "skrupellos", dass die Republikaner im US-Senat jede Verschärfung der Regelungen blockierten.

"Wir können das amerikanische Volk nicht noch einmal im Stich lassen", erklärte Biden, der vor den Kongresswahlen im November die Amerikaner dazu aufrief, "dieses Thema in den Mittelpunkt ihrer Wahlentscheidung zu stellen". Es sei Zeit zu handeln. "Für die Kinder, die wir verloren haben, für die Kinder, die wir retten können, für die Nation, die wir lieben."

Biden sagte, sollte ein Verbot von Sturmgewehren im Kongress nicht durchsetzbar sein, solle das Mindestalter für den Kauf dieser Waffen von 18 auf 21 Jahre angehoben werden. Er forderte zudem, den Verkauf von Magazinen mit hoher Kapazität zu untersagen. Überprüfungen von Waffenkäufern müssten verstärkt werden. Gesetze zur sicheren Lagerung von Waffen und zum Schutz vor potenziell gefährlichen Waffenbesitzern müssten erlassen werden. Hersteller von Schusswaffen müssten in Haftung genommen werden können.

"Respektiere Kultur von rechtmäßigen Waffenbesitzern"

"Hier geht es nicht darum, irgendjemandem die Waffen wegzunehmen", betonte der Präsident. "Ich respektiere die Kultur, die Tradition und die Bedenken von rechtmäßigen Waffenbesitzern." Der zweite Verfassungszusatz zum Recht auf Waffenbesitz sei aber ebenso wie alle Rechte nicht absolut. "In den letzten zwei Jahrzehnten sind mehr Kinder im Schulalter durch Schusswaffen ums Leben gekommen als diensttuende Polizeibeamte und Soldaten im aktiven Dienst zusammen. Denken Sie darüber nach." Hinter Biden brannten 56 Kerzen, die nach Angaben des Weißen Hauses die Opfer von Waffengewalt in allen insgesamt 56 Bundesstaaten und Territorien der USA repräsentieren sollten.

Besonders der Amoklauf an einer Volksschule in Texas in der vergangenen Woche hat die Debatte über eine Verschärfung der Waffengesetze in den USA einmal mehr angefacht. Viele Republikaner sperren sich seit Jahren gegen strengere Regularien, wie etwa ein Verbot von Sturmgewehren. Die USA haben seit langem mit einem riesigen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen.

Quelle: Agenturen / msp