Promis fordern Taten nach Amoklauf in Texas: "Ich habe es satt, ich habe genug"

25. Mai 2022 · Lesedauer 4 min

Nach dem Massaker an einer Grundschule in seiner texanischen Heimatstadt Uvalde hat Hollywoodstar Matthew McConaughey mehr Einsatz im Kampf gegen Waffengewalt gefordert. Basketball-Trainer Steve Kerr forderte Konsequenzen. US-Präsident Joe Biden wandte sich in einer Rede an die Nation, Barack Obama kondolierte den Angehörigen.

"Dies ist eine Epidemie, die wir in den Griff bekommen können, und unabhängig davon, auf welcher parteipolitischen Seite wir stehen, wissen wir alle, dass wir es besser machen können. Wir müssen es besser machen", schrieb der Oscar-Preisträger von 2014 ("Dallas Buyers Club") auf Twitter. Man müsse Maßnahmen ergreifen, damit niemand das erleben müsse, was die Eltern in Uvalde und andere Angehörige davor durchgemacht hätten.

Ein 18 Jahre alter Angreifer hatte nach Angaben der Polizei am Dienstagmittag in der Volksschule in der Kleinstadt Uvalde das Feuer eröffnet. US-Medien zufolge wurden mindestens 19 Kinder und zwei Erwachsene getötet. Der Schütze sei von Beamten getötet worden.

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"Wieder einmal haben wir auf tragische Weise bewiesen, dass wir es nicht schaffen, verantwortungsvoll mit den Rechten umzugehen, die uns unsere Freiheiten gewähren", schrieb McConaughey. Im Vergleich zu Europa ist das Waffenrecht in den USA allgemein sehr lax. Befürworter berufen sich auf den 1791 verabschiedeten zweiten Verfassungszusatz, der es ihrer Ansicht nach den Amerikanern erlaubt, Waffen zu tragen. Initiativen zur Verschärfung des Waffenrechts auf Bundesebene scheiterten bislang.

"Was ist es, das wir wirklich schätzen?"

Für jeden Amerikaner sei es nun an der Zeit, sich zu fragen: "Was ist es, das wir wirklich schätzen? Wie können wir das Problem beheben?", forderte der US-Schauspieler. "Wir können nicht noch einmal ausatmen, uns in Ausreden flüchten und diese tragische Realität als Status quo akzeptieren."

Der in Texas geborene und aufgewachsene McConaughey hatte sich im vergangenen Jahr zunächst für eine Kandidatur als Gouverneur in seinem Heimatbundesstaat ins Gespräch gebracht. Einige Monate später sagte er jedoch ab.

Biden: Waffenlobby die Stirn bieten

Auch der gerade von einer mehrtägigen Asien-Reise zurückgekehrte US-Präsident Joe Biden wandte sich an die Nation. Begleitet von seiner Ehefrau Jill hielt er kurz nach seiner Landung eine emotionale Ansprache im Weißen Haus. "Als Nation müssen wir uns fragen, wann in Gottes Namen wir der Waffenlobby die Stirn bieten werden", sagte er. Die Vorstellung, dass ein 18-jähriger Jugendlicher in ein Waffengeschäft gehen und zwei Sturmgewehre kaufen könne, sei einfach falsch.

"Das verändert Menschen für immer"

Obama: "Unser Land ist gelähmt"

Der frühere US-Präsident Barack Obama (60) sprach den betroffenen Familien auf Twitter sein Beileid aus und kritisierte die oppositionellen Republikaner: "Unser Land ist gelähmt, nicht durch Angst, sondern durch eine Waffenlobby und eine politische Partei, die keine Bereitschaft gezeigt haben, in irgendeiner Weise zu handeln, um diese Tragödien zu verhindern." Das Massaker befeuerte umgehend die anhaltende Debatte um die legeren US-Regeln zum Waffenbesitz. Für weitreichende Gesetzesänderungen fehlen Bidens Demokraten die nötigen Stimmen im US-Senat. Viele Republikaner lehnen schärfere Regulierungen ab, und die US-Waffenlobby ist sehr mächtig.

"Ich habe es satt, ich habe genug!"

Auch der US-amerikanische Basketball-Meistertrainer Steve Kerr von den Golden State Warriors hat mit einer emotionalen Rede auf das Verbrechen reagiert. "Wann werden wir etwas tun?", schrie Kerr in einer Pressekonferenz vor der Playoff-Partie bei den Dallas Mavericks am Dienstagabend (Ortszeit). "Ich habe es satt, ich habe genug!" Kerr, als Spieler an der Seite von Michael Jordan Meister mit den Chicago Bulls, wollte nicht über Basketball reden.

Sichtlich bewegt und zitternd sagte der 56-Jährige: "Ich bin es leid. Ich bin es so leid, hier aufzustehen und den zerstörten Familien da draußen mein Beileid auszusprechen." Immer wieder stockte Kerr die Stimme, mit der Hand schlug er mehrfach auf den Tisch.

Kerr forderte eine strengere Waffenkontrolle in den USA und richtete sich an 50 Senatoren, die das bisher verhindern würden. Der insgesamt achtmalige NBA-Champion spricht sich bereits seit längerem gegen Waffengewalt aus. Sein Vater war 1984 bei einem Terroranschlag in Beirut im Libanon erschossen worden.

Quelle: Agenturen / hos