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USA kämpfen mit Folgen des Schneesturms

Heute, 01:32 · Lesedauer 4 min

Schneeschaufeln gegen Bezahlung, Flugabsagen en masse und Hunderttausende Haushalte ohne Strom: Ein Wintersturm hat den Alltag von Millionen Menschen im Nordosten der USA auf den Kopf gestellt. In Teilen des Bundesstaats Rhode Island fiel laut der Nationalen Wetterbehörde fast ein Meter Schnee, im Bundesstaat Massachusetts wurden teilweise mehr als 80 Zentimeter gemessen. Im berühmten New Yorker Central Park gingen bis Dienstag fast 50 Zentimeter Schnee nieder.

An den Flughäfen in New York und New Jersey lag der Flugverkehr auch am Abend (Ortszeit) komplett still. Man sei mit "Hochdruck im Einsatz, um die Schneeräumung an allen unseren Anlagen fortzusetzen", teilte der Sprecher der für Luft-, Land-, Schienen- und Seewege zuständigen Hafenbehörde von New York und New Jersey mit. Laut dem Flugportal "Flightaware" wurden am Montag etwa 4.700 Abflüge und Ankünfte in der betroffenen Region gestrichen.

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani warb per Videobotschaft auf der Plattform X erneut um Freiwillige, die für 30 Dollar (umgerechnet 25 Euro) die Stunde Schnee schaufeln. Der öffentliche Nahverkehr in der größten Stadt der USA funktionierte nur eingeschränkt. Busse kamen auf den verschneiten Straßen nur langsam voran. Laut der "New York Times" gab es im Großraum der Ostküstenmetropole seit dem Winter 2020/21 keine so großen Schneemengen mehr wie in diesem Jahr.

Die eisigen Temperaturen und das heftige Schneetreiben hielt nicht alle Touristen in New York vom Sightseeing ab. Am berühmten Times Square waren am Morgen einzelne Besucher unterwegs. Ein Urlauber aus Frankreich sagte, der Schneesturm sei das beste Geschenk, was er sich für seinen New-York-Besuch habe wünschen können. Für den Rest des Tages stünden aber eher Museen auf dem Programm, in denen es wohlig warm sei.

Auch sonst versuchten viele New Yorker das Beste aus der Ausnahmesituation zu machen. In einigen Parks der Stadt entstanden in wenigen Stunden ganze Armadas von Schneefiguren. In einem Park im Stadtteil Brooklyn bauten Anrainer eine Art Couchlandschaft aus Schnee.

Stromausfälle in der Region

Unbeschwert war die Lage indes nicht überall: Starker Wind und schwerer, nasser Schnee ließen Bäume umstürzen, beschädigten Stromleitungen und verursachten Überschwemmungen an der Küste von Massachusetts. Am Abend (Ortszeit) waren laut dem Portal "Poweroutage" noch immer etwa 500.000 Haushalte an der Ostküste ohne Strom - rund 280.000 davon in Massachusetts, wo in manchen Regionen der Ausnahmezustand noch einmal verlängert wurde.

Die Blizzard-Warnung war für mehr als 40 Millionen Menschen ausgesprochen worden. Ein Blizzard ist ein starker Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 55 Kilometern pro Stunde und stark eingeschränkter Sicht, der das öffentliche Leben zeitweise lahmlegen kann.

Zum Nachmittag nimmt Schneefall in New York ab

Zeitweise galt in New York gar ein Fahrverbot und Straßen, Autobahnen und Brücken waren gesperrt - außer für dringend notwendigen Verkehr wie etwa Rettungseinsätze. Auch im benachbarten Bundesstaat New Jersey galt ein Verkehrsverbot. Beide wurden um die Mittagszeit aufgehoben. Unnötige Fahrten seien wegen akuter Unfallgefahr aber weiter zu vermeiden, warnte das Krisenmanagement in New Jersey. Wer darauf verzichten könne, solle die eigene Wohnung am besten gar nicht verlassen, appellierten die Behörden.

Für Hilfsbedürftige wurden Aufnahmezentren eingerichtet, damit sie dort Zuflucht suchen und sich aufwärmen können. Schulen, städtische Bibliotheken und andere öffentliche Einrichtungen blieben auf Anordnung von Bürgermeister Mamdani geschlossen. Am Dienstag soll der Unterricht aber weitergehen.

Schneeberge von letztem Sturm gerade erst geschmolzen

Der aktuelle Sturm ist Teil einer Serie extremer Winterwetterlagen in den Vereinigten Staaten. Bereits Ende Jänner und Anfang Februar hatten große Teile des Landes mit schweren Schneestürmen und ungewöhnlich niedrigen Temperaturen zu kämpfen, örtlich wurden Kälterekorde gebrochen. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben. Über Todesopfer infolge des aktuellen Sturms war zunächst nichts bekannt.

Im Laufe des Tages wurden die Schneemassen in New York stellenweise zu großen Hügeln an den Straßenrändern aufgeschoben. Nach dem letzten großen Sturm hatten sich diese Haufen hartnäckig gehalten und waren für viele New Yorker zum Ärgernis geworden, da die weiße Pracht sich allmählich schmutzig grau färbte, vermüllte und als Hundetoilette genutzt wurde.

Das scheint der Stadt dieses Mal erspart zu bleiben. Der Schnee werde nun relativ schnell schmelzen, sagte der Meteorologe Bob Oravec der "New York Times". Für Dienstag sagte der Nationale Wetterdienst meist sonniges Wetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt voraus.

Zusammenfassung
  • Ein massiver Wintersturm hat im Nordosten der USA das öffentliche Leben von Millionen Menschen lahmgelegt, mit Blizzard-Warnungen für mehr als 40 Millionen Betroffene.
  • In Rhode Island wurden fast ein Meter Schnee gemessen, in Massachusetts über 80 Zentimeter und im New Yorker Central Park fast 50 Zentimeter.
  • Der Flugverkehr an den Flughäfen von New York und New Jersey kam komplett zum Erliegen, mit etwa 4.700 gestrichenen Flügen am Montag.
  • Rund 500.000 Haushalte an der Ostküste waren ohne Strom, allein in Massachusetts traf es etwa 280.000 Haushalte besonders hart.
  • Öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Bibliotheken blieben geschlossen, während für Bedürftige Aufnahmezentren eingerichtet wurden und der Schnee laut Meteorologen rasch schmelzen soll.