Urlaub wird durch Eintritt für Touristen-Hotspots teurer
"Viele beliebte Urlaubsdestinationen haben in den vergangenen Jahren neue Gebühren eingeführt oder bestehende erhöht. So sind für Tagestouristinnen und -touristen mitunter auch Wanderwege - beispielsweise auf Madeira - kostenpflichtig. Das ist eine Reaktion auf Overtourism und überfüllte Hotspots", brachte ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek ein Beispiel.
Speziell in Naturschutzgebieten würden immer häufiger Gebühren eingehoben, so der ÖAMTC. Besuchenden ausgewählter Nationalparks in den USA müssen seit Jänner 2026 - zusätzlich zum regulären Eintrittsticket - 100 US-Dollar (86,72 Euro) pro Person bezahlen und teilweise sogar einen Zeitslot mitbuchen.
In Madeira gilt seit Jahresbeginn eine neue Regelung zum Schutz der Wanderwege: Für bestimmte Routen müssen Besucherinnen und Besucher - für alle, auch für Kinder verpflichtend - über die Plattform "SIMplifica" auf dem Regierungsportal der Insel vorab ein Zeitfenster reservieren. Für Touristinnen und Touristen kostet der Zugang zu einem Wanderweg 4,50 Euro pro Person (ab zwölf Jahren). Alternativ gibt es Tages-, Drei- oder Sieben-Tage-Tickets, mit denen mehrere Routen kombiniert werden können. Wer ohne Buchung unterwegs ist, riskiert Strafen von bis zu 50 Euro.
"Auch in anderen europäischen Destinationen müssen Naturfans mittlerweile Eintritt bezahlen. Im spanischen Andalusien kostet der Besuch des spektakulären UNESCO-Wanderwegs 'Caminito del Rey' rund zehn Euro pro Person", so Polasek. Auch der Besuch der Felsenlandschaft Adršpach in Tschechien oder der Zugang zur bekannten geothermischen Lagune 'Blue Lagoon' in Island ist bereits kostenpflichtig.
Zwei Euro, wenn man zum Trevi-Brunnen möchte
Nicht nur Naturgebiete, auch andere Tourismus-Hotspots reagierten auf den starken Andrang. "Seit Februar 2026 kostet der Zugang zum berühmten Trevi-Brunnen in Rom zwei Euro pro Person. Der Blick auf den Brunnen von der Piazza aus bleibt allerdings weiterhin kostenlos - bezahlen muss nur, wer direkt an das Wasserbecken möchte", sagte Polasek. Kreuzfahrt-Passagiere müssen in beliebten griechischen Häfen beim Landgang eine Gebühr entrichten. Auf Santorin und Mykonos sind das in der Hochsaison 20 Euro pro Person.
Damit zusätzliche Gebühren nicht zur unangenehmen Überraschung werden, empfahl die ÖAMTC-Reiseexpertin, das Urlaubsbudget frühzeitig zu planen. "Auch wenn einzelne Gebühren oft gering erscheinen - bei einer Familie oder einer Gruppenreise können sich Eintrittskosten rasch summieren und die Gesamtkosten können damit deutlich höher ausfallen, als ursprünglich gedacht", betonte Polasek.
Zusammenfassung
- Immer mehr beliebte Reiseziele wie Venedig, Madeira oder Nationalparks in den USA verlangen Eintrittsgebühren, um den Overtourism einzudämmen und Hotspots zu schützen.
- Konkret müssen Besucherinnen und Besucher etwa seit Jänner 2026 in US-Nationalparks zusätzlich 100 US-Dollar zahlen, auf Madeira 4,50 Euro pro Wanderweg und in Rom seit Februar 2026 zwei Euro für den direkten Zugang zum Trevi-Brunnen.
- Der ÖAMTC rät, diese Zusatzkosten und verpflichtenden Registrierungen bereits bei der Urlaubsplanung einzukalkulieren, da sie sich besonders bei Familien oder Gruppen schnell summieren können.
