Unwetter verursachte schwere Schäden in Süditalien
Die Bilanz der Sachschäden ist jedoch groß, wie italienische Medien berichten. Die bisher geschätzten Summen belaufen sich auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. In der Provinz Catania wurden zerstörte Strandbäder, fortgeschwemmte Autos und Boote sowie ganze Abschnitte der Uferpromenade gemeldet, die vom Meer verschlungen wurden. Auch auf Sardinien kam es zu Schäden in Höhe von Hunderten Millionen Euro, verursacht vor allem durch massive Infrastrukturschäden, erklärte die sardische Regierungspräsidentin Alessandra Todde.
Besonders betroffen war auch die Fischerei. Allein auf Sizilien belaufen sich die Schäden nach Angaben des Fischerverbandes Confcooperative Fedagripesca auf rund 40 Millionen Euro. Ausschlaggebend sind vor allem die Tage des erzwungenen Stillstands, Schäden an Fischerbooten und Ausrüstung sowie erhebliche Probleme in den Häfen.
Die widrigen Wetterbedingungen trafen insbesondere Sizilien, Kalabrien und die kleineren Inseln, wo viele Fischereiflotten mehrere Tage lang nicht auslaufen konnten. In zahlreichen Häfen wurden gesunkene oder beschädigte Fischerboote gemeldet.
Folgen des Klimawandels
Nach Angaben von Confcooperative Fedagripesca sind extreme Wetterereignisse inzwischen strukturell geworden. In den vergangenen zehn Jahren habe der Sektor infolge des Klimawandels Schäden von mehr als zwei Milliarden Euro erlitten, die in manchen Regionen bis zu 30 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen. Das Unwetter der vergangenen Tage könnte zudem unmittelbare Auswirkungen auf die Fischmärkte haben - mit einem geringeren Angebot an frischem Fisch und möglichen Preissteigerungen.
Zusammenfassung
- Das Unwetter 'Harry' hat in Süditalien, besonders in Sizilien, Kalabrien und Sardinien, schwere Schäden angerichtet und führte zur Ausrufung der roten Warnstufe durch den Zivilschutz.
- Die Sachschäden werden auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt, wobei allein auf Sardinien massive Infrastrukturschäden in Höhe von Hunderten Millionen Euro entstanden sind.
- Die Fischerei ist massiv betroffen, mit rund 40 Millionen Euro Schaden auf Sizilien, tagelangen Ausfällen der Flotten und weiteren wirtschaftlichen Folgen durch den Klimawandel, der in zehn Jahren über zwei Milliarden Euro Schäden verursacht hat.
