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Unwetter fordern Feuerwehren, Millionenschaden für Landwirte

28. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Die schweren Unwetter vom Dienstagnachmittag und -abend haben in der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Starkregen und Sturm in Kombination mit bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkugeln haben vor allem in Oberösterreich eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Laut ersten Erhebungen der Hagelversicherung dürfte dort ein Schaden von rund 2,5 Mio. Euro entstanden sein.

Besonders betroffen waren laut einer Aussendung der Österreichischen Hagelversicherung die Bezirke Braunau am Inn, Ried im Innkreis und Vöcklabruck. "Die von Bayern kommende Unwetterfront zog Richtung Braunau, wo sie sich erheblich verstärkte. Orkanböen und hühnereigroße Hagelkörner schädigten sowohl Ackerkulturen als auch das Grünland massiv", sagte der zuständige Landesleiter in Oberösterreich, Wolfgang Winkler. Richtung Osten habe der Sturm nachgelassen, der ungebrochen starke Hagel aber weiter eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Regen und Sturm nach dem bisher heißesten Tag des Jahres forderte in Niederösterreich zahlreiche Feuerwehreinsätze. Im Mittelpunkt des Geschehens stand dabei den Helfern zufolge der Bezirk St. Pölten. Einsatzorte gab es in der Landeshauptstadt selbst. Aber auch in Ober-Grafendorf, Neulengbach, Wilhelmsburg oder Purkersdorf rückten die Helfer aus.

In Wien wurde die Berufsfeuerwehr zwischen 20.30 Uhr und ca. 23.00 Uhr rund 150 Mal aufgrund der Gewitter und Regenfälle alarmiert, hieß es seitens der Feuerwehr am späten Abend zur APA. Der überwiegende Teil davon betraf Wassereinbrüche.

Neben dem Auspumpen von Kellern und Garagen waren die Einsatzkräfte auch mit der Beseitigung von umgestürzten Bäumen und herabgefallenen Ästen beschäftigt. Die Feuerwehr rechnete damit, dass die Zahl der Einsätze im Lauf der Nacht weiter ansteigen werde, eine genaue Bilanz wird erst am Mittwoch erwartet. Personenschäden wurden bisher weder bei der Feuerwehr noch bei der Wiener Berufsrettung verzeichnet, hieß es auf APA-Anfrage.

Auch in Salzburg forderten die Unwetter die Feuerwehren. In Zell am See rückte die Freiwillige Feuerwehr zu mehreren Einsätzen aus. Umgestürzte Bäume blockierten mehrere Straßenzüge, ein blechernes Hausdach eines unbewohnten Objektes wurde durch den Sturm teilweise abgedeckt und musste von der Feuerwehr gesichert werden. Personen kamen laut Polizei keine zu Schaden.

In Golling im Bezirk Hallein sorgten Starkwind und heftige Regenfälle, teils mit Hagel, ebenfalls für zahlreiche umgestürzte Bäume. Die B 159 und der dazugehörende Radweg wurden von umgefallenen Bäumen und Geröll an mehreren Stellen blockiert. Die Feuerwehr Golling und die Straßenmeisterei waren jeweils mit mehreren Fahrzeugen und insgesamt 20 Mann bis zur Dämmerung mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Aufgrund der Vielzahl der Problembäume konnten die Arbeiten vor Einbruch der Dunkelheit nicht abgeschlossen werden. Zudem wird auf dem Hang entlang der Bundesstraße noch loses Geröll vermutet. Daher wurde die B 159 im Streckenbereich Pass Lueg bis kurz vor Stegenwald mittels der dort fix installierten Beschrankung wegen Gefahr im Verzug gesperrt.

Auch im Tiroler Zillertal gingen im Raum Zell, Gerlosberg und Ramsberg schwere Unwetter mitsamt wolkenbruchartigen Niederschlägen und orkanartigem Wind nieder. Bei einem Wohnhaus in Ramsau stürzte ein Baum auf zwei Carports und einen Hundezwinger, auf das Dach des Nachbarhauses stürzte ebenfalls ein Baum. Die Gemeindestraße wurde für zwei Stunden gesperrt.

Auch auf die Landesstraße (L50) am Gerlosberg fielen einige Bäume. Die Straße musste für eine Stunde gesperrt werden. Bei den Vorfällen wurde niemand verletzt. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz.

Quelle: Agenturen