APA - Austria Presse Agentur

Untersuchung weiterer Unfälle nach Seilbahnunglück in Italien

03. Juni 2021 · Lesedauer 2 min

Die Ermittlungen um das Seilbahnunglück am 23. Mai am Lago Maggiore mit 14 Todesopfern ziehen weitere Kreise. Die mit den Untersuchung beauftragte Staatsanwaltschaft prüft zwei Unfälle, die sich am Berg Mottarone ereignet hatten.

Betroffen war der Vergnügungspark "Alpyland" am Gipfel des Bergs mit Panoramablick auf den umliegenden Alpen und auf den Lago Maggiore. Die Rodelbahn auf Schiene "Alpyland" steht im Besitz des Eigentümers der Seilbahn "Ferrovie del Mottarone", der nach dem Seilbahnunglück drei Tage lang in Untersuchungshaft genommen wurden.

Die Vorfälle, die nun ebenfalls untersucht werden, ereigneten sich in den Jahren 2017 und 2019 und führten zur Verletzung eines Mitarbeiters und eines Fahrgastes. Die vermutete Straftat für den Seilbahnbesitzer ist fahrlässige Körperverletzung.

U-Haft für Seilbahn-Eigentümer

Die Staatsanwaltschaft von Verbania nutzte diesen Umstand, um die Untersuchungshaft für den Seilbahn-Eigentümer zu beantragen, der sich laut den Ermittlern "ungeduldig gegenüber der gewissenhaften Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen gezeigt hat, die darauf abzielen, die Sicherheit der Nutzer dieser Art von Einrichtungen zu schützen". Eine Richterin hatte den Seilbahnbesitzer am Samstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Ermittelt wird auch gegen den Betriebsleiter der Seilbahn, der sich unter Hausarrest befindet.

Nach dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung in die Wege geleitet.

Der massive Einsatz der "Gabeln", die das Notbremssystem außer Kraft setzten, könnten für das Seilbahnunglück auf der Strecke Stresa-Mottarone am Pfingstsonntag verantwortlich gewesen sein. Die sogenannten Gabeln könnten demnach zu viel Spannung auf das Seil ausgeübt und dadurch einen Bruch der Kabinenbefestigung verursacht haben. Dies ist eine Hypothese der Gutachter, die im Auftrag der Staatsanwaltschaft Verbania die Ursachen des Unglücks ermitteln.

Bei dem Gondel-Unglück waren 14 Menschen gestorben, darunter Familien, Paare und zwei Kinder. Ein fünfjähriger Bub überlebte als einziger, er wurde schwer verletzt. Er wurde am Dienstag aus der Intensivstation entlassen.

Quelle: Agenturen