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UNICEF: "Horror-Schuljahr" in Ukraine zu Ende

04. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs seien Hunderte Schulkinder getötet geworden, berichtete UNICEF am Mittwoch. 15 von 89 von UNICEF unterstützte Schulen seien im Osten des Landes beschädigt oder zerstört worden.

Landesweit wurden demnach Hunderte Schulen durch den Beschuss eng besiedelter Stadtteile getroffen oder als Zufluchtsorte, Lagerstätten oder Militäreinrichtungen umfunktioniert.

Schule als Stück Normalität

Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, dass Kinder mit dem Schulbesuch wenigstens ein Stück Normalität im schrecklichen erlebten und nicht durch verpassten Schulstoff ein Leben lang benachteiligt seien. "Zugang zu Bildung kann für Millionen Kinder den Unterschied machen zwischen Hoffnung und Verzweiflung", sagte der UNICEF-Vertreter in der Ukraine, Murat Sahin.

In den Metrostationen von Charkiw, die als Schutzbunker dienen, habe UNICEF kinderfreundliche Räume eingerichtet. Dort beschäftigten sich Lehrerinnen und Lehrer und Psychologen mit den Kindern. Schulmaterial werde dort und in Vertriebenenunterkünften verteilt. Rund 80.000 vertriebene Teenager nutzten demnach das während der Corona-Pandemie entwickelte Online-Unterrichtsmaterial. Eine digitale Kampagne, die kindgerecht über die Gefährlichkeit von nicht explodiertem Kriegsmaterial aufklärt, erreiche Millionen Kinder.

Lebensgefahr in SOS-Kinderdörfern

Unterdessen sind zehntausende Kinder in der Ostukraine nach Einschätzung der SOS-Kinderdörfer in akuter Lebensgefahr. Sie seien einerseits durch Beschuss und Minen bedroht, sagte der Leiter der Hilfsorganisation in der Ukraine, Serhyj Lukaschow, laut Kathpress. "Zum anderen haben wir große Sorge, dass sie Opfer von Missbrauch, Entführung und Tötung werden können. Und bereits jetzt leiden sie massiv unter Hunger und Wassermangel."

Gezielte Angriffe auf die Wasser- und Stromversorgungsnetze hätten dazu geführt, dass 1,4 Millionen Menschen in der Ostukraine keinen Zugang zu sauberem Wasser mehr hätten, wie es hieß. Gerade für kleine Kinder sei dies höchst bedrohlich und könne zu Durchfallerkrankungen führen, die unbehandelt schnell tödlich verlaufen.

Keine genauen Zahlen 

Wie viele Kinder genau sich noch in den umkämpften Gebieten in der Ostukraine befänden, könne man nicht sagen. "Wir haben keine verlässlichen Zahlen, die Situation ist chaotisch. Aber sicher ist, dass sich die Situation mit jedem Kriegstag verschlimmert", sagte Lukaschow. Es sei damit zu rechnen, dass sich die Kämpfe in der Region weiter zuspitzen.

Quelle: Agenturen / Redaktion