APA - Austria Presse Agentur

UN-Weltwassertag will Wert der Ressource in Erinnerung rufen

21. März 2021 · Lesedauer 3 min

Bis 2030 will die UNO laut ihren Nachhaltigkeitszielen allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser garantieren. Der "World Water Day" am 22. März soll den Wert der lebensermöglichenden Ressource in Erinnerung rufen. "Niemand sollte es als selbstverständlich betrachten, dass wir in Österreich jederzeit aus der Wasserleitung kristallklares Trinkwasser zur Verfügung haben", sagte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) anlässlich des Weltwassertags 2021.

Das Thema des Weltwassertags 2021 ist die Wertschätzung des Wassers für Haushalte, Ernährung, Kultur, Gesundheit, Bildung, Wirtschaft und Umwelt. "Wenn wir einen dieser Werte übersehen, besteht die Gefahr, dass diese endliche, unersetzbare Ressource schlecht verwaltet wird", schrieb die Unterorganisation UN-Water auf ihrer Webseite zum diesjährigen Motto "Valuing Water". Ohne das umfassende Verständnis des vielschichtigen Werts von Wasser würden wir diese wichtige Ressource nicht zum Nutzen aller schützen. Die 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) wurden von der UNO-Vollversammlung 2015 beschlossen. Unter Punkt 6 heißt es "Verfügbarkeit und nachhaltiges Management von Wasser und sanitären Einrichtungen sowie Abwassersystemen sichern".

In fast allen Ländern der Welt ist im Gegensatz zu Österreich eine stetige Versorgung mit sauberen Trinkwasser jedoch weiterhin nicht gewährleistet, erinnerte Köstinger, zu deren Ressort auch die Tourismusagenden gehören. "Aus der ganzen Welt kommen Menschen zu uns, weil sie intakte Naturlandschaften, Wasserfälle, Seen und Gewässer schätzen". Man würde alles tun, um diesen Schatz unversehrt zu erhalten. Gerade in Zeiten des Klimawandels sei es "wichtig genau zu beobachten, wie sich die Hitze- und Trockenperioden sowie Extremereignisse entwickeln und wie sie die Verfügbarkeit des Wassers in Österreich beeinflussen", schloss die Ministerin.

Erst Mitte März zeigte eine im Fachblatt "Nature Geoscience" publizierte Studie die Folge des Wassermangels in Form von Ernteausfällen, vertrockneter Wälder und trockenfallende Flüsse als Beispiele für die Auswirkungen von Hitzewellen, mit denen Europa in den vergangenen Jahren immer wieder konfrontiert war. Die Autoren kamen dabei zu dem Schluss, dass die Sommerdürren in Europa seit dem Jahr 2015 weitaus gravierender als in den rund 2.100 Jahren davor gewesen sind.

Allein mit dem Konsum von Trinkwasser aus der Leitung kann jedenfalls auch der einzelne Konsument bereits einen kleinen Beitrag gegen den Klimawandel leisten, erinnerte die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) in einer Aussendung: Die Ergebnisse einer 2014 erschienenen, von der Boku durchgeführten ÖVFW-Studie zur Ökobilanz von Trinkwasser ergab für die Trinkwasserbereitstellung beim Konsumenten zwischen 0,1 und 0,3 Gramm CO2-Äquivalente pro Liter. Demgegenüber stand die Flaschenwasser-Bilanz mit Werten zwischen 75 und 140 CO2-Äquivalente pro Liter.

Wolfgang Nöstlinger, Vizepräsident und Sprecher des Wasserfachs der freiwilligen Vertretung der österreichischen Gasnetzbetreiber und Wasserversorgungsunternehmen, nannte als wesentliche Partner zum Schutz des Wassers die Landwirtschaft und die Industrie, aber auch jeder Einzelne könne etwas beitragen: Keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel im Garten etwa und "Medikamente sollten nicht über das Waschbecken oder die Toilette entsorgt werden, da sie über den natürlichen Wasserkreislauf wieder ins Grundwasser gelangen. Richtig entsorgt werden diese Stoffe in Apotheken bzw. Abfallzentren", riet Nöstlinger.

(S E R V I C E - UN-Weltwassertag unter https://www.worldwaterday.org/)

Quelle: Agenturen