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Umweltmediziner: Österreich nicht auf Hitze vorbereitet

19. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Die Hitzewelle in Österreich stellt derzeit eine Belastung für die Bevölkerung dar. Einige Menschen seien deutlich belastet, so der Umweltmediziner Heinz Fuchsig. Auf eine Hitzewelle sei Österreich nur "am Papier" vorbereitet.

Wie die Menschen die Hitze vertragen, sei von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es komme zudem darauf an, ob man im Freien arbeitet oder nicht, meint der Umweltmediziner Heinz Fuchsig im "Ö1-Morgenjournal". "Ab 32 Grad über mehrere Tage oder ab Beginn von "Tropennächten" seien aber einige Menschen bereits "deutlich belastet". Für gesunde Menschen sei die Erholung schwer, wenn die Temperatur im Schlafzimmer nicht unter 25 Grad fällt.

Luftfeuchtigkeit belastet zusätzlich

Wenn zur Hitze noch die angekündigte Feuchtigkeit dazukommt, sei es für den Körper noch schwieriger Wärme abzugeben. Denn "beim Schwitzen sind wir auf sehr große Trockenheit angewiesen", ist die Luft jedoch feucht, "wird das Schwitzen ineffektiv" - die Belastung steigt. Ein gesunde Körper könne sich an die extreme Hitze aber durchaus gewöhnen, so Fuchsig. Temperaturen an die 40 Grad oder darüber seien für einen gesunden Körper aber schwierig zu verkraften.

Herz-, Lungen-, und Nierenpatienten seien neben Kindern und Menschen mit psychischen Problemen besonders von der Auswirkung der Hitze betroffen. "Spätestens um 10 oder 11" müsse man die Fenster schließen, um die nächste Nacht nicht "im Backofen" zu verbringen.

Österreich "in der Praxis" nicht auf Hitzewelle vorbereitet

"Am Papier" sei Österreich auf eine Hitzewelle vorbereitet, "in der Praxis fürchte ich nicht, weil wir eben genau diese vulnerablen Gruppen zu wenig ausgemacht haben". Wenn man erst drei Tage vor Beginn einer extremen Hitze damit beginne, die Leute zu informieren, dann erreiche man zu wenig Leute.

Für jeden "wäre es gut, früh aufzustehen, vielleicht einen Mittagsschlaf zu machen, am Morgen massiv zu lüften". Zusätzlich rät der Experte zu leichtem Essen, auch das reduziere den Schweißausstoß und die Belastung des Stoffwechsels.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp