Ukraine: Oligarch Firtasch will russische Invasion bekämpfen

26. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Der ukrainische Oligarch Dmytro Firtasch bittet die österreichischen Behörden, ihn temporär in die Ukraine zurückkehren zu lassen.

Der ukrainische Oligarch Dmytro Firtasch, der sich im Zusammenhang mit einem US-Auslieferungsbegehren seit 2014 zwangsweise in Österreich aufhält, bittet die österreichischen Behörden, ihn temporär in die Ukraine zurückkehren zu lassen. Er wolle dort bei der Verteidigung seiner Heimat beitragen, hieß es am Samstagabend in einer Presseaussendung von Firtaschs US-amerikanischem Anwalt Lanny Davis.

Firtasch sei rückhaltlos gegen die russische Invasion in seiner Heimat Ukraine, betonte Davis. Sein Klient verlange keine formale Änderung seines Status im Auslieferungsverfahren und er würde nach Ende des Ausnahmezustands in der Ukraine auf Verlangen wieder nach Österreich kommen. "Herr Firtasch will einfach in seine Heimat zurückkehren, um ihr in dieser Krisenzeit zu helfen", schrieb er.

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US-Staatsanwälte werfen Firtasch Schmiergeldzahlungen

Staatsanwälte in Chicago werfen Firtasch angebliche Schmiergeldzahlungen vor, die sich auf ein nie realisiertes Titangeschäft in Indien beziehen und verlangen seit 2014 seine Auslieferung. Nachdem diese im Sommer 2019 durch den Obersten Gerichtshof (OGH) für zulässig erklärt worden war und auch der damalige Justizminister Clemens Jabloner die erforderliche Zustimmung erteilt hatte, verhinderte ein Wiederaufnahmeantrag von Firtaschs Verteidigern beim Landesgericht (LG) Wien die drohende Überstellung des Ukrainers in die USA. Die Verteidiger hatten die Vorwürfe wiederholt als politisch motiviert bezeichnet.

Nach langen Verzögerungen, die mit umfangreichen Eingaben der Verteidigung, Beschränkungen durch die Coronaviruspandemie sowie mit Richterwechsel in Verbindung gebracht worden sind, war vergangenen Sommer eigentlich mit einer baldigen Entscheidung des Landesgerichts gerechnet worden. Dazu ist es jedoch bisher nicht gekommen, bestätigte Anfang Februar eine Gerichtssprecherin der APA.

Quelle: Agenturen / moe