Überschwemmungen in Brasilien fordern über 50 Menschenleben
Heftige Regenfälle haben seit der Nacht auf Dienstag im Bundesstaat Minas Gerais eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Überschwemmungen rissen Häuser mit sich und überfluteten Straßen. Mehr als 3.500 Bewohner wurden obdachlos. Die Bergungsarbeiten mussten in der Nacht auf Donnerstag zeitweise wegen anhaltender Regenfälle und der Gefahr neuer Erdrutsche unterbrochen werden. Die hügelige Topografie der Region begünstigt bei Starkregen Erdrutsche und Überschwemmungen.
Besonders stark betroffen war ein Viertel von Juiz de Fora. Dort starb eine Mutter, nachdem sie sich beim Einsturz ihres Hauses schützend auf ihren sechsjährigen Sohn geworfen hatte, wie das Nachrichtenportal "G1" berichtete. "Sie hat sich auf Antony geworfen und so sein Leben gerettet", berichtete die Mutter der Verstorbenen demnach. Der Bub überlebte verschüttet unter den Trümmern.
Eine andere Bewohnerin verlor bei einem Erdrutsch sowohl ihre Mutter als auch ihre zweijährige Tochter. "Es ging alles sehr schnell. Ich habe meine Mutter und meine Tochter auf einmal verloren, alles, was ich in diesem Leben hatte", sagte sie dem Radiosender "Itatiaia" unter Tränen.
Stadt erlebt regenreichsten Februar seit Beginn der Messungen
Die Stadt hatte bereits den Katastrophenfall ausgerufen, den Unterricht an städtischen Schulen ausgesetzt und mehrere Einrichtungen in Notunterkünfte umgewandelt. Bürgermeisterin Margarida Salomão sprach von dem regenreichsten Februar seit Beginn der Messungen und bezeichnete die Lage als kritisch. Weitere Niederschläge werden mindestens bis Freitag erwartet.
Zusammenfassung
- Nach heftigen Regenfällen im Bundesstaat Minas Gerais sind bei Überschwemmungen mindestens 54 Menschen ums Leben gekommen, davon 48 in Juiz de Fora und 6 in Ubá, während insgesamt 15 Personen weiterhin vermisst werden.
- Mehr als 3.500 Menschen wurden durch die Wassermassen obdachlos und die Bergungsarbeiten mussten wegen anhaltender Regenfälle sowie der Gefahr neuer Erdrutsche zeitweise unterbrochen werden.
- Die Stadt Juiz de Fora erlebt den regenreichsten Februar seit Beginn der Messungen, Bürgermeisterin Margarida Salomão spricht von einer kritischen Lage und erwartet weitere Niederschläge bis mindestens Freitag.
