APA - Austria Presse Agentur

Über 100.000 Neuinfektionen an einem Tag in Europa

09. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen hat in Europa erstmals die Marke von 100.000 Fällen überschritten. Das geht aus Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor.

In Europa ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erstmals über die Marke von 100.000 Fällen geklettert. Die am Freitag aktualisierte WHO-Grafik weist ein Plus gegenüber dem Vortag von 109.749 Fällen aus. Am Donnerstag wurden knapp 99.000 neue Fälle gemeldet. In Europa wird seit August kontinuierlich eine immer stärkere Verbreitung des Virus verzeichnet.

Deutschland: Über 4.500 Neuinfektionen 

In Deutschland haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag innerhalb eines Tages 4.516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2.828 auf 4.058 erheblich angestiegen. 

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet. Eine Woche zuvor (1.10.) war der Wert noch bei 362 (193 beatmet) gelegen.

Italien: Über 5.000 Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen in Italien hat am Freitag die Schwelle von 5.000 Fällen übersprungen. Die Behörden zählten 5.372 neue Ansteckungen binnen 24 Stunden. Insgesamt zählt Italien nun fast 344.000 Infektionen und mehr als 36.100 Covid-19-Tote.

Die Zahl der Neuansteckungen mit SARS-CoV-2 liegt damit so hoch wie zuletzt im März. Allerdings werden heute viel mehr Leute auf das Virus getestet. Auch liegen deutlich weniger Menschen auf Intensivstationen: annähernd 400. Und es sterben bei weitem nicht so viele Patienten. Besonders viele Neuansteckungen gab es am Freitag in der Lombardei im Norden und in Kampanien im Süden.

Großbritannien: Fast 14.000 Neuinfektionen

In Großbritannien sind knapp 14.000 Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Ansteckungen stieg damit auf mehr als 575.000, wie die Regierung am Freitag in London mitteilte. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus - auch, weil es an Tests mangelt.

Besonders stark betroffen von der Pandemie ist der Norden Englands, Schottland, Nordirland und Teile von Wales. Klinikbetten werden bereits knapp.

Spanien: Notstand über Madrid verhängt

Spaniens Zentralregierung hat nach Medienberichten den Notstand über Madrid verhängt, um angesichts von hohen Corona-Zahlen die Abriegelung der Hauptstadt durchsetzen zu können. Dies berichteten der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien unter Berufung auf die linke Regierung. Der Notstand soll den Angaben zufolge für zwei Wochen gelten. In den zehn Städten, die nun wieder abgeriegelt sind, dürfen die Menschen ihre Wohngemeinde erneut nur noch mit triftigem Grund verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. 

Mit 850.000 Infektionen ist Spanien das von der Pandemie am schwersten getroffene Land Westeuropas. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag zuletzt bei 115. In der Region Madrid betrug dieser Wert sogar bei 230. Nur die Region Navarra hat in Spanien eine höhere sogenannte 14-Tage-Inzidenz.

Polen: Rekordwert an Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen den dritten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Am Freitag verzeichneten die Behörden 4.739 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 52 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen gilt ab diesem Samstag im gesamten Land wieder Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Außerdem dürfen an Feiern nur maximal 75 Leute teilnehmen. In sogenannten roten Zonen mit sehr vielen Infektionen sind die Auflagen noch strenger: Hier müssen Bars und Restaurants um 22.00 Uhr schließen. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem 38-Millionen-Einwohner-Land nach offiziellen Angaben mindestens 116.338 Menschen mit SARS-CoV-2 infiziert. 2.919 Menschen starben.

Quelle: Agenturen / apb