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Tschechien plant Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Heute, 16:05 · Lesedauer 2 min

Der tschechische Regierungschef Andrej Babiš hat sich erstmals für ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ausgesprochen. "Ich bin dafür", sagte der Milliardär am Sonntag in einem Video bei Facebook. Experten hätten ihm gesagt, dass soziale Medien für Kinder "schrecklich schädlich" seien. "Wir müssen unsere Kinder schützen", forderte der 71-Jährige. Auch andere Länder würden derzeit über ein Verbot nachdenken.

Nach Angaben von Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček strebt das Kabinett eine Entscheidung spätestens bis Jahresende an. Sportminister Boris Šťastný schrieb auf der Plattform X, Kinder sollten lieber Sport treiben und auf den Spielplatz gehen, als vor dem Handy oder Computer zu sitzen. Seit Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO von Babiš und zwei Parteien am rechten Rand. Kritiker warnten vor Einschränkungen der Grundrechte und einer Gefährdung der Privatsphäre.

Altersgrenzen für soziale Netzwerke werden in jüngster Zeit heiß diskutiert. Vorreiter ist Australien. Dort dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren seit 2025 keine eigenen Social-Media-Accounts mehr haben. Ziel ist es, junge Menschen vor Risiken wie Cybermobbing, problematischem Konsum und belastenden Inhalten zu schützen. Die französische Nationalversammlung hat jüngst für ein Nutzungsverbot sozialer Netzwerke für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gestimmt. Über die Vorlage muss noch im Senat, der zweiten Parlamentskammer, abgestimmt werden. Auch die österreichische Bundesregierung plant ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige.

Zusammenfassung
  • Der tschechische Premier Andrej Babiš hat sich für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren ausgesprochen und bezeichnet soziale Medien als "schrecklich schädlich" für diese Altersgruppe.
  • Die Regierung in Tschechien will laut Industrie- und Handelsminister Karel Havlíček bis spätestens Jahresende über das Verbot entscheiden, während Kritiker vor Grundrechtseinschränkungen warnen.