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Trockenheit bringt hohe Entstehungsgefahr für Flurbrände

22. März 2022 · Lesedauer 3 min

Die Trockenheit hält die Feuerwehren im Land in Atem. Regional hat es nach den Daten der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) noch gar nicht geregnet. Beispiele dafür sind etwa Osttirols Hauptstadt Lienz oder Graz, auch sonst sind die Niederschlagswerte des heurigen März nur Bruchteile des Durchschnitts der Jahre 1981 bis 2010. Daher ist derzeit die Entstehungsgefahr für Flurbrände hoch, sagte Waldbrandexperte Mortimer Müller am Dienstag zur APA.

Allerdings ist die Ausbreitungsgefahr der Feuer weniger groß, relativierte Müller, an der Universität für Bodenkultur im Institut für Waldbau tätig und für die Erstellung der Waldbrand-Datenbank sowie des Waldbrand-Blogs zuständig. "Es ist noch ein bisschen Feuchtigkeit da", sagte der Experte. Denn es habe in den letzten Monaten des Vorjahres relativ viel Niederschlag gegeben, der noch teilweise in den Pflanzen und im Boden gespeichert sei.

Wie schnell sich ein Buschfeuer ausbreitet, hängt von mehreren Faktoren ab: Neben dem gespeicherten Niederschlag geht es um die aktuelle Witterung, wobei vor allem die Windverhältnisse eine große Rolle spielen. Dazu kommt die Topographie und nicht zuletzt die Beschaffenheit der Wälder, beispielsweise um welche Art Holz es sich handelt. Kiefern oder Buchen brennen anders als Weichhölzer.

Der Vereinfachung, wonach Feuerwehrleute derzeit eine hohe Gefahr haben, zu einem Flurbrand ausrücken zu müssen, aber auch eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie diesen relativ schnell unter Kontrolle bringen, konnte Müller etwas abgewinnen. "Das könnte man durchaus so sagen", meinte er. Die Wetterprognose für die kommenden Tage würde im übrigen darauf hindeuten, dass die Ausbreitungsgefahr - nicht die Entstehungsgefahr - eher zurückgeht. Das hängt mit den Windverhältnissen zusammen. Der Wind soll abnehmen.

Die Gefahr, dass ein Waldbrand entsteht, wird in den nächsten Tagen hingegen noch größer. Klimatologe Klaus Haslinger von der ZAMG sagte, dass erst nach zwei Wochen mit dem Übergang zu einer feuchteren Wetterperiode zu rechnen ist. Und das Problem der Trockenheit ist, wenn man nur den März betrachtet, im gesamten Land eklatant.

So gab es neben Lienz und Graz auch in Bad Gleichenberg, in Hohenau an der March, in Innsbruck (Messstation Universität), in Klagenfurt, beim Loibl-Tunnel an der Kärntner-slowenischen Grenze, am Patscherkofel, auf der Villacher Alpe und in Zeltweg noch gar keinen Regen. Bei keiner dieser Stationen regnete es in den Jahren 1981 bis 2010 im Schnitt weniger als 20 Millimeter im März.

Quelle: Agenturen