APA/APA/dpa/Sven Hoppe

Trockenes Auge häufige Erkrankung mit Gefahr für Sehvermögen

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Weltweit sind bis zu 50 Prozent der Bevölkerung von trockenen Augen betroffen. Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die auch zu schlechterem Sehen und weiteren Beschwerden führen kann. Das betonte die Augenärztin Ingrid Boldin am Sonntagnachmittag zum Auftakt der viertägigen Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming. Zur Behandlung wichtig seien vor allem befeuchtende Augentropfen, höhere Luftfeuchtigkeit und viel Blinzeln.

Fremdkörpergefühl, Augenbrennen, Kratzen, Jucken, Trockenheitsgefühl, Druckgefühl, ein Schweregefühl der Lider ("müde Augen"), Lichtempfindlichkeit, aber überraschenderweise auch überschießendes Augentränen können Symptome des Krankheitsbildes "Trockenes Auge" sein. In weiterer Folge sind ein herabgesetztes Sehvermögen, Probleme bei Computertätigkeit, Fernsehen oder Lesen sowie eine verlängerte Reaktionszeit beim Autofahren möglich. Es kann auch zu Angst und Depression, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen kommen. Insgesamt berichtete die Expertin von der Universitäts-Augenklinik der MedUni Graz von einer "Abnahme der Lebensqualität" durch die Erkrankung.

Für die Diagnose ist ein Besuch bei der Augenärztin oder dem Augenarzt wichtig, um andere Erkrankungen oder Verletzungen am Auge auszuschließen. Außerdem sollte für die weitere Behandlung die Ursache des trockenen Auges abgeklärt werden, das einerseits aus Tränenmangel und andererseits aus vermehrter Verdunstung der Tränenflüssigkeit resultieren kann, erläuterte Boldin. "Je älter Sie werden, um so weniger Tränen werden Sie haben", nannte Boldin am "APOkongress" zum Thema Augengesundheit mit mehr als 400 angemeldeten Teilnehmern einen der Gründe für Tränenmangel. Auch die Menopause ist ein Risikofaktor.

"Wir haben immer eine Entzündung des Auges und daher eine Schädigung der Augenoberfläche dabei", sagte Boldin. Ziel der Behandlung sei die Wiederherstellung des Gleichgewichts an der Augenoberfläche. Allgemeine Maßnahmen, die Betroffene setzen können, sind: Kontaktlinsen, Rauchen und Luftzug vermeiden, häufiger gewolltes Blinzeln vor allem bei Bildschirmarbeit, für höhere Luftfeuchtigkeit ab 50 Prozent sorgen sowie mehr Omega-3-Fettsäuren mit der Ernährung zu sich nehmen. Medikamente wie Antidepressiva, Neuroleptika, Beta-Blocker, Östrogene und Antihistaminika können ebenfalls trockene Augen auslösen.

Tränenersatzmittel nehmen wir "eigentlich bei allen Formen des trockenen Auges", erklärte Boldin zu befeuchtenden Augentropfen, -sprays oder -salben. Diese reduzieren die Reibung sowie Entzündungsfaktoren am Auge und erhöhen die Tränenfilmstabilität. Weiters können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden, Cortison jedoch nur vorsichtig, weil dieses zu erhöhtem Augendruck führen kann, der schädlich ist. Auch spezielle Behandlungen des Lidrandes und weitere Therapien sind möglich. Wichtig ist es laut der Fachärztin, die Patientin oder den Patienten darüber aufzuklären, dass die Erkrankung chronisch ist. Die Beschwerden seien nicht nach zwei Monaten Augentropfen nehmen weg.

ribbon Zusammenfassung
  • Weltweit sind bis zu 50 Prozent der Bevölkerung von trockenen Augen betroffen.
  • Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die auch zu schlechterem Sehen und weiteren Beschwerden führen kann.
  • Das betonte die Augenärztin Ingrid Boldin am Sonntagnachmittag zum Auftakt der viertägigen Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer in Schladming.
  • Die Beschwerden seien nicht nach zwei Monaten Augentropfen nehmen weg.