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Tote nach Schüssen in tschechischem Rathaus

Heute, 10:58 · Lesedauer 2 min

Im Rathaus einer tschechischen Kleinstadt nahe der Grenze zum deutschen Bundesland Sachsen sind tödliche Schüsse gefallen. Ein Mann sei durch Waffengewalt getötet worden, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Es handle sich um einen Angestellten der Stadtverwaltung. Auch der mutmaßliche Schütze sei tot. Er habe sich höchstwahrscheinlich selbst umgebracht, nachdem die eintreffenden Polizisten das Feuer erwidert hätten.

Sechs weitere Personen seien teils lebensgefährlich verletzt worden, darunter drei Polizisten, hieß es. Als mögliches Motiv des Täters nannte ein Ermittler zwischenmenschliche Probleme. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen oder terroristischen Hintergrund. Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar machte sich vor Ort ein Bild von der Lage. Er dankte den Beamten, die mit ihrem Einsatz noch weitere schreckliche Folgen verhindert hätten.

Zu dem tödlichen Vorfall kam es in der Kleinstadt Chribska (Kreibitz) im sogenannten Schluckenauer Zipfel, einer tschechischen Landzunge, die nach Deutschland hineinreicht. Chribska hat rund 1.300 Einwohner und liegt knapp 25 Kilometer östlich von Bad Schandau am Rande des Nationalparks Böhmische Schweiz. Der Schütze soll der Polizei zufolge mindestens zwei Schusswaffen illegal besessen haben. In der Vergangenheit sei gegen ihn strafrechtlich ermittelt worden, aber nicht wegen Gewaltverbrechen.

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Die Polizei war am Montagvormittag mit allen verfügbaren Kräften am historischen Rathaus im Einsatz. In der ganzen Stadt wurde Sirenenalarm ausgelöst, wie die Nachrichtenagentur CTK berichtete. Ein Polizei- und ein Rettungshubschrauber waren vor Ort. Es drohe keine weitere Gefahr, hieß es nach einiger Zeit. Das Betreten des Gebäudes sei wieder sicher. Für besorgte Angehörige wurde eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Zusammenfassung
  • Im Rathaus der tschechischen Kleinstadt Chribska fielen am Montag tödliche Schüsse, bei denen ein Angestellter der Stadtverwaltung und der mutmaßliche Schütze ums Leben kamen.
  • Sechs weitere Menschen, darunter drei Polizisten, wurden teils lebensgefährlich verletzt; der Schütze besaß mindestens zwei illegale Waffen und beging vermutlich Suizid nach dem Eintreffen der Polizei.
  • Die Polizei war mit einem Großaufgebot und Hubschraubern im Einsatz, Innenminister Metnar lobte das Eingreifen der Beamten und betonte, dass kein politischer oder terroristischer Hintergrund vorliegt.