Tote 13-Jährige: Fundort war nicht Tatort

27. Juni 2021 · Lesedauer 3 min

Bei der Toten, die Samstagmorgen auf einer Grünfläche zwischen Fahrbahnen in Wien-Donaustadt gefunden wurde, handelt es sich um ein erst 13 Jahre altes Mädchen. Der eigentlich Tatort dürfte sich wo anders befinden.

Bei der Toten, die Samstagmorgen auf einer Grünfläche zwischen Fahrbahnen in Wien-Donaustadt gefunden wurde, handelt es sich um ein erst 13 Jahre altes Mädchen. Ihre Eltern waren am Sonntag in eine Polizeiinspektion in Niederösterreich gekommen und hatten angegeben, dass es sich dabei um ihre Tochter handelt, sagte Polizeisprecher Markus Dittrich am Sonntagabend der APA. Zuvor war bei der Obduktion herausgekommen, dass die Jugendliche erstickt worden war.

Am Montag wurde bekannt, dass das 13-jährige Mädchen aus Tulln stammen dürfte und schon öfter abgängig gemeldet worden sein soll. Das familiäre Umfeld gilt als schwierig. Der "Kurier" berichtet am Montag, dass die Polizei schon einen Verdächtigen ausgeforscht haben dürfte, nennt aber keine Details. Die Grünfläche in der Donaustadt dürfte zudem nicht der Tatort gewesen sein. Die Polizei geht von einem Innenraum als Tatort - also einem Haus oder einer Wohnung -  aus, wie Markus Dittrich gegenüber PULS 24 sagte.

Chronik-Chefreporterin Magdalena Punz spricht mit Polizei-Pressesprecher Markus Dietrich über den Ermittlungsstand im Fall der toten 13-Jährigen

Eltern kamen zur Polizei

Die Polizei hatte am Sonntag eine Personenbeschreibung des Opfers veröffentlicht - inklusive der Kleidung. Die junge Frau hatte einen schwarzen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Live or Die", eine schwarz-weiß karierte Hose und weiße Nike-Sportschuhe getragen.

Nachdem zahlreiche Medien darüber berichteten, suchten die Eltern eine Polizeiinspektion auf. Sie werden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Bei der Polizei hatten sich auch mehrere besorgte Eltern gemeldet, deren Töchter abgängig waren.

Passanten hatten die Frau am Samstagmorgen an einen Baum neben der Viktor-Kaplan-Straße in Wien-Donaustadt gelehnt entdeckt. Reanimationsversuche durch Passanten und Rettungskräfte blieben erfolglos. Der Körper der jungen Frau war mit Hämatomen übersäht, weshalb die Behörden von einer Gewalttat ausgingen.

Die 13-Jährige war einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. "Der Gerichtsmediziner konnte feststellen, wie die Frau zu Tode gekommen ist", sagte Dittrich. Details dazu würden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben.

Zunächst hatte die Polizei das Alter der Toten auf rund 18 Jahre geschätzt. Es wurden sämtliche Abgängigkeitsanzeigen durchforstet, aber keine hatte zur Toten gepasst. In der Umgebung des Leichenfundorts habe man Anrainern Fotos der jungen Frau gezeigt, sie sei von niemandem erkannt worden, berichtete Dittrich. Zur Klärung der Identität wurde dann die Personenbeschreibung veröffentlicht.

Wie die junge Frau an den Auffindungsort gekommen war, blieb zunächst unklar. Die Einvernahme der Eltern war noch ausständig. Davon erhoffen sich die Ermittler Hinweise über das Umfeld des Mädchens.

Bereits 14 Frauenmorde dieses Jahr

Heuer sind in Österreich bereits 14 Frauen (mutmaßlich) von einem (Ex-)Partner ermordet worden. Das hatte eine Gewaltschutzdebatte ausgelöst. Zuletzt hat das Parlament als Reaktion auf die Häufung von Frauenmorden klargestellt, dass Sicherheitsbehörden personenbezogene Daten zum Schutz gefährdeter Menschen auch dann an Interventionsstellen übermitteln dürfen, wenn kein Betretungs- und Annäherungsverbot verhängt wurde. Dies gilt besonders im Falle von Stalking. Namen und Kontaktdaten von gefährdeten Personen werden in einer zentralen Gewaltschutzdatei gespeichert.

Hilfe für Gewalt-Betroffene gibt es hier:

Frauenhelpline: 0800 222 555 (Mo – So, 0 – 24 Uhr)
Männernotruf: 0800 246 247 (Mo – So, 0 – 24 Uhr)

Quelle: Redaktion / APA/hos