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Tonnenweise Mikroplastik durch Abwaschschwämme

Heute, 13:25 · Lesedauer 2 min

Jährlich gelangt durch Nutzung von Abwaschschwämmen in Küchen laut einer Untersuchung von Forschern tonnenweise Mikroplastik in Gewässer und Böden. Einer Beispielhochrechnung mit einem bestimmten Schwammtyp zufolge entstünden durch Materialverlust bei flächendeckendem nationalem Gebrauch bis zu 355 Tonnen pro Jahr, teilte die Universität Bonn am Dienstag mit. Kläranlagen hielten den größten Teil davon allerdings auf.

Übrig blieben den entsprechenden Rechnungen zufolge aber "mehrere Tonnen Mikroplastik", die jedes Jahr durch Abwaschen per Hand in die Umwelt gelangten. Wie die Hochschule mitteilte, schwankt die konkret freigesetzte Menge je nach Schwammtyp aber mit dem Kunststoffanteil. Sie liegt zwischen 0,68 und 4,21 Gramm Mikroplastik pro Nutzer und Jahr.

In der Gesamtökobilanz des Geschirrspülens spielt die Freisetzung von Mikroplastik durch Küchenschwämme nach Erkenntnissen der Bonner Universität gleichwohl nur eine untergeordnete Rolle. Rund 85 bis 97 Prozent der Umweltwirkungen beim Spülen per Hand seien auf den Wasserverbrauch zurückzuführen, betonte sie mit Blick auf die Forschungsergebnisse.

Auch Tipps für umweltbewusste Küchenbesitzer veröffentlichten die Experten. Vor allem die Senkung des Wasserverbrauchs beim Abwasch schont demnach die Umwelt. Zudem könnten Schwämme mit möglichst geringem Kunststoffanteil verwendet und diese länger genutzt werden. Eine längere Lebensdauer senke den Gesamtressourcenverbrauch.

Testmaschine namens Spongebot

An der Studie waren den Angaben zufolge die Universität Bonn, das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Oberhausen sowie die Universität im niederländischen Leiden beteiligt. Kombiniert wurden Laborsimulationen mit einer Testmaschine namens Spongebot sowie Experimente durch freiwillige Laienforscher. Sie nutzten einen von drei Schwammtypen im Alltag und dokumentierten dies genau. Danach wurde der Materialverlust der Schwämme untersucht.

Die in der Fachzeitschrift "Environmental Advances" veröffentlichte Analyse ermögliche durch die Verbindung beider Methoden "eine deutlich realitätsnähere Abschätzung der Mikroplastikfreisetzung", so die Universität Bonn. Abwaschschwämme seien als potenzielle Mikroplastikquelle im Haushalt trotz verbreiteten Einsatzes bisher wenig untersucht.

Zusammenfassung
  • Laut einer Studie gelangen durch Abwaschschwämme jährlich bis zu 355 Tonnen Mikroplastik in die Umwelt, wobei Kläranlagen den Großteil davon zurückhalten.
  • Die freigesetzte Mikroplastikmenge variiert je nach Schwammtyp und liegt zwischen 0,68 und 4,21 Gramm pro Nutzer und Jahr.
  • Rund 85 bis 97 Prozent der Umweltwirkungen beim Spülen per Hand entstehen durch den Wasserverbrauch, während Mikroplastik aus Schwämmen eine untergeordnete Rolle spielt.