Tod von 39 Migranten in Lkw: Erneuter Schuldspruch

21. März 2022 · Lesedauer 2 min

Rund zweieinhalb Jahre nach dem qualvollen Erstickungstod von 39 geschleusten Vietnamesen in einem Lastwagen auf dem Weg nach Großbritannien ist ein weiterer Beteiligter zu knapp vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil gegen den 28-jährigen Rumänen erging am Montag von einem Gericht in London. Er sollte die Migranten nach London bringen, doch sie waren bereits tot.

Der Tod der acht weiblichen und 31 männlichen Opfer aus Vietnam hatte im Oktober 2019 für Entsetzen gesorgt. Ihre Leichen wurden in Grays im Südosten Englands im Anhänger eines Lastwagens entdeckt, der aus Belgien kam. Die Menschen waren zuvor in dem luftdichten Lkw-Auflieger per Fähre vom belgischen Zeebrugge ins englische Purfleet gelangt. Für die Überfahrt hatten sie jeweils mehr als 10.000 Euro bezahlt. Experten zufolge war die Temperatur in dem versiegelten Container auf bis zu 40 Grad gestiegen. Die Migranten hatten demnach keine Überlebenschance

ür den Auftrag im Oktober 2019 wollte der Mann 1.000 Pfund (knapp 1.200 Euro) kassieren. Vor Gericht gab er zu, vorher mehrmals an Menschenschmuggel beteiligt gewesen zu sein, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Nach der Entdeckung der Leichen durch einen Komplizen war der Mann zunächst außer Landes geflohen. Er wurde später in Italien nahe Mailand festgenommen und nach Großbritannien überstellt.

Im Zusammenhang mit dem Fall waren bereits im Jänner vier Männer zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Die beiden Anführer der Schleuserbande erhielten Strafen von 27 beziehungsweise 20 Jahren Gefängnis. Der Fahrer des Lastwagens wurde zu 13 Jahren und vier Monaten Haft verurteilt, ein vierter Mann zu 18 Jahren.

Quelle: Agenturen