APA - Austria Presse Agentur

Tiroler Vollquarantäne endet mit Dienstag

06. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Tirol wird, was die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus betrifft, ab Dienstag wieder auf Bundeslinie sein. Die seit 19. März geltende Vollquarantäne und Selbstisolation werden beendet, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Montag. Damit gelten in Tirol die bis Ende April verlängerten Ausgangsbeschränkungen des Bundes.

Tirol wird, was die Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus betrifft, ab Dienstag wieder auf Bundeslinie sein. Die seit 19. März geltende Vollquarantäne und Selbstisolation werden beendet, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Montag. Damit gelten in Tirol die bis Ende April verlängerten Ausgangsbeschränkungen des Bundes.

Von der Aufhebung nicht betroffen sind St. Anton, das Paznauntal und Sölden, die weiterhin unter Quarantäne bleiben. Dahin gehend soll aber noch diese Woche eine Evaluierung vorgenommen werden.

Damit ist in Tirol ab Dienstag wieder - wie in ganz Österreich - das Verlassen der eigenen Gemeinde und sportliche Aktivität unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Die Ausgangsbeschränkungen des Bundes, die ein Verlassen der eigenen Wohnung nur in Ausnahmefällen vorsehen, bleiben aber aufrecht. Platter appellierte deshalb an alle Tiroler, auch weiterhin auf Sportarten, bei denen ein Verletzungsrisiko besteht, zu verzichten. "Ich appelliere an die Eigenverantwortung keine Skitouren und keine Mountainbiketouren zu unternehmen", so der Landeschef.

"Wir haben den Gipfel erreicht, aber beim Absteigen müssen wir vorsichtig sein", meinte LHStv. Ingrid Felipe (Grüne). Es sei wichtig, dass die Tiroler jetzt nicht leichtsinnig werden. "Lassen Sie uns achtsam, langsam und vorsichtig absteigen", appellierte auch sie an die Bevölkerung.

Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten stationären Patienten und auch jenen auf den Intensivstationen seien seit Sonntag bzw. Montag "relativ stabil", sagte Günter Weiss, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin. Aufnahmen und Entlassungen würden sich in etwa die Waage halten. Die Bettenkapazitäten der Tiroler Krankenhäuser seien ausreichend.

Vor einer möglichen zweiten Infektionswelle warnte indes Cornelia Lass-Flörl, Direktorin der Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck. "Wir sehen, dass die Infektionszahlen zurückgehen, aber wir wollen sicher gehen, dass keine zweite Welle kommt", so Lass-Flörl. Die Bevölkerung müsse nun lernen, mit der Freiheit umzugehen und gleichzeitig die Regeln zu befolgen.

Landeshauptmann Platter hatte am späten Abend des 18. März verkündet, dass alle 279 Gemeinden Tirols isoliert werden. Die Heimatgemeinde durfte nur dann verlassen werden, wenn es um die Deckung der Grundversorgung geht, um die Daseinsvorsorge oder um zur Arbeit zu kommen - und dann nur zum nächsten Ort, wenn in der eigenen Heimatgemeinde beispielsweise kein Lebensmittelhändler vorhanden war.

In Innsbruck werden unterdessen mit Dienstag die städtischen Parks, die gesamte Inn- und Sillpromenade und die Wanderparkplätze wieder geöffnet. Dies teilte Bürgermeister Georg Willi (Grüne) am Montag mit. Er freute sich auch, dass die Zahl der mittlerweile wieder Genesenen die Anzahl der aktuell Infizierten in Innsbruck bereits überstiegen hat.

"Stand heute Mittag hatten wir in Innsbruck 195 Genesene bei 174 aktuell infizierten Personen", erklärten Willi und Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (ÖVP). Spielplätze sollen aber, auf Anraten der Experten, noch geschlossen bleiben.

Willi appellierte an die Bevölkerung, beim Betreten der städtischen Parks, am Sill- und Innufer und beim Spazierengehen in den stadtnahen Wäldern die Abstandsbestimmungen einzuhalten. Anzengruber rief dazu auf, auf Sportarten, wie Mountainbiken, Klettern, Bergsteigen, Paragleitern und Skitouren sowie Aktivitäten im hochalpinen Gelände, bei denen erhöhte Verletzungsgefahr bestehe, zu verzichten.

Quelle: Agenturen