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Tiroler Abfahrverbote: 56.000 Fahrzeuge mussten umdrehen

02. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Seit Pfingsten hat die Tiroler Polizei über 56.000 Fahrzeuge wieder zurück auf die Autobahn geschickt, weil sie - um Staus zu vermeiden - bei der Durchfahrt durch Tirol auf das niederrangige Verkehrsnetz ausweichen wollten.

Alleine im Bezirk Reutte waren es über 30.000 Zurückweisungen, im Bezirk Innsbruck-Land waren es 24.000. Die Abfahrverbote gelten noch bis 11. September jeweils an den Wochenenden.

Kaum Stauentwicklung 

"Die Fahrverbote zeigen auch in der heurigen Sommersaison ihre Wirkung: In den Ortsgebieten kam es größtenteils zu keinen Stauungen und der Verkehrsfluss blieb fließend", resümierte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Auch LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) betonte, dass Tirol an der Maßnahme festhalten wolle: "Die Fahrverbote sind eine notwendige und mittlerweile bewährte Notmaßnahme angesichts dieser Belastung. Daher werden auch an den kommenden Wochenenden die Fahrverbote wieder gelten und streng kontrolliert werden, sodass die Verkehrs- und Versorgungssicherheit für die Bevölkerung und unsere Gäste sichergestellt ist".

Reutte und Innsbruck-Land als Fokus 

Reutte und Innsbruck-Land waren jedenfalls die Bezirke mit den meisten Zurückweisungen seit Wiederaufnahme der Fahrverbote. Im Bezirk Kufstein waren es indes 2.000 Zurückweisungen, in Innsbruck nur 450, berichtete Günther Salzmann von der Landesverkehrsabteilung der Tiroler Polizei. Er meinte, dass die Reisenden Verständnis für die Verbote zeigen würden. Ziel-, Quell-, und Anrainerverkehr sind ausgenommen.

Bayern reagierte 

Auch Bayern führte zuletzt als Reaktion auf die Tiroler Lkw-Blockabfertigungen solche Abfahrverbote ein. Dadurch sollte verhindert werden, dass Lkw, die den Autobahn-Rückstau wegen der Blockabfertigung bei der Einreise nach Tirol umfahren wollen, kleinere Straßen abseits der Autobahn verstopfen und in Anlieger-Gemeinden für Chaos sorgen, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Juli. Die Lkw-Blockabfertigungen - also wenn nur eine gewisse Anzahl von Lkw über die Tiroler Grenze gelassen werden - sind seit Jahren Streitpunkt zwischen den Nachbarn Tirol und Bayern. Letztere drohten wiederholt mit EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Tirol, da die Maßnahme rechtswidrig sei.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj