APA - Austria Presse Agentur

Tirol: Urlaub trotz Lockdown

12. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Trotz Lockdown in den Urlaub? Offenbar ist das in Tirol kaum ein Problem.

Eigentlich gilt im Corona-Lockdown ein strenges Beherbergungsverbot – lediglich für Dienstreisen dürfen Zimmer vergeben werden, nicht aber an Privatreisende. Doch offenbar ist es in Tirol nicht so schwer ein Gästezimmer zu bekommen. Die Tiroler Ö1-Redaktion startete den Versuch und buchte dort online acht Unterkünfte, sieben davon seien ohne Probleme bestätigt worden, berichtet das "Ö1 Journal um acht". Und das obwohl deutlich klar gewesen sei, dass es sich um Skiurlaub und nicht um eine Dienstreise handle. Vier erkundigten sich, ob die Reise dienstlich sei. Lediglich ein Hotel verneinte die Anfrage und verwies auf den geltenden Lockdown. Für den Tiroler Hotelier und stv. Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer, Mario Gerber, sei dies "unfair" und "unkollegial".

Das Ausmaß schockiere ihn, meinte er. Es dürfe der Branche, die aktuell stark im Fokus stehe, nicht passieren, "mit solchen negativen Meldungen aufzuschlagen", sagte Gerber. Er appellierte an seine Kollegen, die geltenden Regeln zu befolgen und zusammenzuhalten. Auch Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), lehnte ein solches Verhalten ab: "So sollte das natürlich nicht sein, das ist uns allen klar". Es gäbe aber auch Versuche von Touristen, sich mittels Ausreden in einem Hotel einzuquartieren.

Kontrollen

Bis dato wurden laut Land allerdings nur "vereinzelt" Verstöße festgestellt. Es werde "allen voran konkreten Hinweisen - beispielsweise Privatanzeigen oder Auffälligkeiten hinsichtlich vieler Fahrzeuge vor dem Betrieb - nachgegangen" und Kontrollen vermehrt durchgeführt werden. Sollte eine Übernachtung in einem Betrieb nicht beruflich bedingt oder aufgrund eines dringenden Wohnbedarfs erfolgen, drohen Strafen bis zu 30.000 Euro. Auch der Mieter muss mit einer Strafe von bis zu 1.450 Euro rechnen.

Bei einer Pressekonferenz darauf angesprochen sagte Margarete Schramböck, dass sich der Großteil der Gastronomie und Hotelerie an die Regelungen halten würden, aber den entsprechenden Bericht würde sie noch nicht kennen. Es sei schon wichtig, dass sich alle daran halten würden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe