APA - Austria Presse Agentur

Thronfolger und Fußball-Fan: Prinz George wird 8

22. Juli 2021 · Lesedauer 4 min

Überschwängliche Freude und untröstliche Niedergeschlagenheit: Im Gesicht des kleinen Prinzen George konnte die ganze Welt beim Finale der Fußball-EM das Stimmungsbild einer ganzen Nation ablesen. Am 22. Juli wird der Dritte in der Thronfolge acht Jahre alt.

Der künftige britische König Prinz George ist acht Jahre alt geworden - und lächelt an seinem Geburtstag auf einem Geländewagen sitzend. Das wie üblich von seiner Mutter, Herzogin Kate, aufgenommene Foto wurde vom Palast zum Geburtstag veröffentlicht und gilt als Tribut an den im April gestorbenen Prinz Philip.

Der kleine George lacht seiner Mutter darauf von der Motorhaube eines "Land Rover Defender" entgegen. Sein Urgroßvater, der Herzog von Edinburgh, war bekennender Fan dieser Fahrzeuge - sogar sein Sarg wurde auf einem von ihm mitdesignten Modell des Autos transportiert.

Kate nervt Kinder mit ihren Fotos

Die 39-jährige Kate, leidenschaftliche Hobby-Fotografin, knipste ihren Sohn vor einigen Wochen auch auf dem Landsitz der Familie im ostenglischen Anmer Hall in Norfolk. Das scheint aber nicht immer zu Begeisterung bei ihren Kindern zu führen: "Alle sagen, 'Mama, bitte hör auf, Fotos zu machen'", erzählte die Herzogin von Cambridge kürzlich im Gespräch mit Finalisten eines von ihr organisierten Fotowettbewerbs.

Papa musste George beim Finale trösten

Den letzten großen öffentlichen Auftritt hatte der Print beim EM-Finale in Wembley. Klein George durfte mit zum Endspiel zwischen England und Italien. An seiner Seite litten seine Eltern Prinz William und Herzogin Kate (beide 39) mit ihm mit. Als England wenige Minuten nach dem Anpfiff bereits in Führung ging, bekam George den Mund vor Staunen kaum mehr zu und lag sich mit seinem ebenfalls jubelnden Vater in den Armen. Später - als die italienischen Fans nach der 2:3-Niederlage für England im Elfmeterschießen feierten und eigentlich schon längst Schlafenszeit gewesen wäre - sah man den Prinzen mit müden, niedergeschlagenen Augen. Papas Hände lagen tröstend auf seien Schultern.

Die Zeitung "The Telegraph" resümierte, George habe eine Lebenslektion darüber erhalten, was es bedeutet, Engländer zu sein: Dazu gehörten Freude, Leid - und das beschämende Verhalten mancher Fans, die sich unrechtmäßig Zugang zum Stadion verschafften und Teile der Londoner Innenstadt in eine Müllhalde verwandelten.

Anzug statt Trikot: Kleiner Prinz ganz groß

Ob der Prinz bereits die Bürde der Verantwortung spürt, die einmal auf ihm lasten wird? Mit Anzug und Krawatte wirkte er jedenfalls wie eine Miniaturversion seines Vaters. Viele fragten sich, warum er nicht ein Trikot der "Three Lions" tragen durfte. Die französische Tennisspielerin und Wimbledon-Siegerin Marion Bartoli berichtete in einem BBC-Radiointerview kurz vor dem Spiel, die Frage sei bei einem Afternoon Tea mit den Cambridges, zu dem sie eingeladen war, Thema gewesen. Ihr zufolge wollte William seinen Sohn im Trikot gehen lassen - Kate war demnach aber anderer Meinung - und setzte sich offensichtlich durch. Die Briten lieben den Look als Mini-Me seines Papas jedenfalls. 

George ist Chelsea-Fan - zum Leidwesen des Papas

Bekannt ist, dass George leidenschaftlicher Fußball-Fan ist. Ganz zum Leidwesen seines Vaters William ist er ein Anhänger des aktuellen Champions-League-Siegers und englischen Erstligisten Chelsea FC. "Ich sagte zu ihm, du kannst dir jeden Verein außer Chelsea aussuchen, also entschied er sich natürlich für Chelsea", verriet William einmal der BBC. Es wäre also nicht verwunderlich, sollte George seinem Vater eines Tages nicht nur auf dem Thron, sondern auch in der Rolle als Präsident des englischen Fußballverbands FA (Football Association) nachfolgen.

Ob bis dahin ein Thronfolger im Fußball-Shirt denkbar sein wird? Vieles spricht dafür, dass sich das britische Königshaus in den kommenden Jahrzehnten stark verändern wird. Ob George jemals wie seine Urgroßmutter Elizabeth II. (95) im Buckingham-Palast residieren wird, scheint ungewiss. Bereits Opa Prinz Charles will das wuchtige Schloss angeblich dauerhaft für Besucher öffnen und nur noch für zeremonielle Anlässe verwenden. Eines scheint aber sicher: Das öffentliche Interesse an George und seinen Geschwistern Charlotte (6) und Louis (3) dürfte weiterhin wachsen.

Quelle: Agenturen