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Taskforce zu Asbestbelastung startet im Burgenland

26. Jan. 2026 · Lesedauer 3 min

Das Land Burgenland hat am Montag eine Taskforce "Vorsorgeabklärung Luftqualität" eingerichtet, die die Belastung mit krebserregenden Asbestfasern in der Luft erheben soll. Damit reagiert Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) auf eine am Freitag veröffentlichte Analyse von Greenpeace, bei der an neun Standorten eine Asbestbelastung im Gestein festgestellt wurde. Das alleine sei aber noch nicht ausschlaggebend, so Doskozil. Es gehe darum, ob Fasern freigesetzt werden.

Die von Greenpeace analysierten Materialproben aus Rechnitz, Oberwart und Neumarkt im Tauchental im Südburgenland enthielten laut der Umweltschutzorganisation einen Asbestgehalt von teilweise über 50 Prozent, wobei man schon ab einem Anteil von 0,1 Prozent von gefährlichem Abfall spricht. Betroffen waren unter anderem die Klinik Oberwart und der Skatepark Rechnitz.

Insbesondere an diesen neun Standorten wird die Taskforce nun die Luft untersuchen. "Wichtig ist, zu differenzieren, was ist gebunden, kann nicht freigesetzt werden und ist daher nicht gesundheitsschädlich und was kann freigesetzt werden", betonte Doskozil. Man werde die Ergebnisse von Greenpeace ernst nehmen und diese nun "transparent objektivieren, ohne dass die Bevölkerung verunsichert wird". Die Erkenntnisse der Taskforce werden auf der Homepage des Landes veröffentlicht und sollen die Grundlage für künftige Maßnahmen bilden. Von einer akuten Gesundheitsgefahr sei derzeit nicht auszugehen.

Die Taskforce soll auch im Austausch mit dem Bund den rechtlichen Rahmen abklären, ab welcher Belastung gehandelt werden muss, meinte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne). Für Fragen aus der Bevölkerung wird eine Hotline eingerichtet. Parallel zu den Luftmessungen werden neue Beprobungen in den vier Steinbrüchen durchgeführt, die seit Anfang Jänner wegen Asbestbelastung gesperrt sind, kündigte Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ) an. Von diesen Ergebnissen werden die weiteren Schritte in den vier Betrieben in Glashütten bei Schlaining, Bernstein, Badersdorf und Pilgersdorf abhängen.

Greenpeace: "Nicht beschwichtigen und hinauszögern"

Leiten wird die Taskforce Umweltmediziner Hans-Peter Hutter. Sie wird unter verschiedenen Rahmenbedingungen untersuchen, ob Asbestfasern in die Umgebungsluft treten, und auch eine Nutzungssimulation durchführen, um ein vollständiges Bild zu erhalten, erläuterte der Sachverständige Michael Kochberger. Er geht davon aus, dass man nach einem ersten Messdurchgang in knapp einem Monat erste Aussagen über die Asbestbelastung machen könne.

Von Greenpeace hieß es, die Landesregierung dürfe nicht beschwichtigen und hinauszögern. "Wir reden hier von nahezu reinen Asbestbrocken, die vor der Kinderkrippe und vor Einfamilienhäusern liegen", betonte Stefan Stadler, Sprecher des Greenpeace-Investigativteams. Bei Asbest gebe es keine sichere Menge. Je mehr asbesthaltiges Gestein offen auf beanspruchten Flächen herumliege, desto mehr krebserregende Fasern könnten in die Luft gelangen. Stadler forderte erneut eine Sperre der betroffenen Flächen. Eine solche machte Doskozil von den Ergebnissen der Luftmessungen abhängig. Erst dann könne man sagen, ob eine Sperre oder ein Tausch des Materials notwendig sei.

Zusammenfassung
  • Das Burgenland hat nach einer Greenpeace-Analyse, die an neun Standorten Asbestgehalte von teils über 50 Prozent im Gestein feststellte, eine Taskforce zur Messung der Asbestbelastung in der Luft eingerichtet.
  • Die Taskforce prüft insbesondere, ob Asbestfasern tatsächlich freigesetzt werden, wobei erste Ergebnisse in etwa einem Monat erwartet werden und eine akute Gesundheitsgefahr laut Landesregierung derzeit nicht besteht.
  • Parallel zu den Luftmessungen werden in vier seit Anfang Jänner gesperrten Steinbrüchen neue Proben genommen und die Ergebnisse sollen über die Homepage des Landes veröffentlicht werden.