APA - Austria Presse Agentur

Studie: Impfbereitschaft bei Jungen "erbärmlich"

19. März 2021 · Lesedauer 2 min

Als "erbärmlich schlecht" erwies sich laut der "Jugendwertestudie 2021" die Impfbereitschaft bei Jugendlichen.

Nur rund 50 Prozent der 16- bis 29-Jährigen wollen sich laut der Studie auf alle Fälle oder wahrscheinlich impfen lassen. Als "katastrophal" wurde die Bereitschaft in den niedrigen und mittleren Bildungsmilieus bezeichnet. Rund 40 Prozent der Jungen mit weniger Bildung sind wahrscheinlich oder sicher im Lager der Impfverweigerer - weitere 20 Prozent sind unentschlossen.

Knapp die Hälfte hält Regierung für (nicht) genügend

Die Studienleiter Bernhard Heinzlmaier und Matthias Rohrer zeigen auf, dass über 70 Prozent glauben, dass die Politik die Corona-Krise nicht im Griff hat - fast 50 Prozent bewerten die Arbeit der Bundesregierung mit den Schulnoten "genügend" oder "nicht genügend". Die bildungsnahen Schichten identifizieren sich deutlich höher mit dem Corona-Management des Staates.

Politik erreicht immer weniger Jugendliche

Der Zukunftsblick der Jugend habe sich allgemein verdüstert, nur noch ein Viertel der jüngeren Generation sieht beispielsweise mit Zuversicht in die Zukunft des Gemeinwesens, hieß es in einer Aussendung am Freitag. Besonders besorgt blicken die 16- bis 19-Jährigen auf das Morgen. "Der Politik gelingt es immer schlechter, die Milieus der unteren Hälfte der sozialen Hierarchie der Gesellschaft zu erreichen. Passend dazu schlägt den politischen Akteuren von dort auch das größte Misstrauen entgegen. Der Staat erscheint den weniger privilegierten Jugendlichen in einem erschreckend hohen Ausmaß als eine Interessensgemeinschaft der Reichen und Privilegierten", kommentieren die Studienleiter Rohrer und Heinzlmaier diese ersten Ergebnisse ihrer Befragung.

Die Studie ist ab 7. April im freien Verkauf erhältlich. Befragt wurden 1.000 repräsentativ ausgewählte österreichische Jugendliche und junge Erwachsene, die von der T-Factory Trendagentur in Kooperation mit dem Institut für Jugendkulturforschung vom 24. Februar bis 10. März durchgeführt worden ist.

Quelle: Agenturen