APA - Austria Presse Agentur

Steigende Zahlen: Spitäler könnten wieder an Grenzen stoßen

20. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

In der aktuellen Situation sei klar, dass die Infektionszahlen "weiter steigen werden", prognostizierte Virologe Andreas Bergthaler. Wenn es wieder kälter wird, könnte es auch wieder soweit kommen, dass das Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt.

Bisher habe die Wärme des Sommers geholfen. Der saisonale Effekt werde jedoch abebben. Dass die vierte Welle bereits beg0nnen hat, ist schon seit Mitte August klar. Aktuell wurden am Freitag 1.258 Neuinfektionen vermeldet. 

Die große Frage sei, wann der nun "kontinuierliche Trend" seinen Höhepunkt erreicht: "Das ist schwieriger vorherzusehen." Auch bei den Hospitalisierungen müsse man davon ausgehen, dass zwar durch die Impfungen weniger Leute tatsächlich im Krankenhaus landen, mit den insgesamt steigenden Zahlen könne aber trotzdem "das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoßen".

Impfung allein reicht nicht

Österreich werde klarerweise leider auch "keine 90-prozentige Durchimpfung" schaffen, so der Wissenschafter vom Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Die Impfung sei "zentral und wichtig", werde die Pandemie aber sicher nicht alleine entschärfen.

Der Forscher argumentierte bei einem Besuch in der in die österreichweiten Abwasseranalysen zum Monitoring des Covid-19-Infektionsgeschehens eingebundenen Kläranlage Klosterneuburg (NÖ) dafür, mit Aufklärung an jene Personen heranzutreten, die die Impfung bisher verweigern. Außerdem müsse man die Menschen wieder dazu motivieren, sich an bekannte Vorsichtsmaßnahmen, wie Maskentragen oder Abstandhalten zu halten.

Maskentragen  "kostet uns nicht viel"

Es gehe hier darum, das zum "Common Sense" gewordene Wissen zu nützen, das sich in den vergangenen eineinhalb Jahren etabliert hat: "Wir sollten wissen, wenn wir in einen Innenraum gehen, wo andere Leute sind und wenn das Infektionsgeschehen hoch ist, dann tragen wir eine Maske - das kostet uns nicht viel."

Einen Appell, "sich doch impfen zu lassen", richtete der Forscher Heribert Insam, Leiter der Arbeitsgruppe Mikrobielles Ressourcenmanagement der Universität Innsbruck an alle Impf-Skeptiker. "Impfungen sind eine der größten Errungenschaften unserer Wissenschaft", betonte der Mikrobiologe. Die kursierenden Begründungen gegen eine Covid-19-Impfung sind für den Experten "zu wenig". Nur die Impfung helfe "uns wirklich aus der Pandemie heraus".

Epidemiologe Gartlehner: "Wir sehen ganz sicher schon den Beginn der 4. Welle"

Gerald Gartlehner, Epidemiologe an der Donau-Uni Krems, sah den Anfang der 4. Welle bereits Mitte August. 

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam