Starke Regenfälle: Hilfe bei Griechenland-Bränden, Tote in der Türkei

12. Aug 2021 · Lesedauer 4 min

Während die Regenfälle in der Nacht auf Donnerstag im Kampf gegen die Brände in Griechenland geholfen haben, haben sie im Norden der Türkei schwere Überschwemmungen ausgelöst, bei denen mehrere Menschen starben. Der Süden des Landes ist durch Waldbrände verwüstet worden.

Über 90.000 Hektar Wald und landwirtschaftlich genutztes Land sowie tausende zerstörte Häuser ist die erste Bilanz nach den verheerenden Waldbränden in Griechenland. Insofern verwundert es nicht, dass Autofahrer die ersten Regentropfen mit Hupkonzerten begrüßten, wie der Nachrichtensender Skai. Die extreme Dürre sorgt zwar nicht für die Brände - das machen offenbar großteils Brandstifter -, aber durch sie reicht ein Funke, um sie zu entzünden und dafür, dass sich das Feuer sehr schnell sehr weit ausbreiten kann.

In der Türkei stürzen die starken Regenfälle der letzten Tage das Land in die nächste Katastrophe nachdem der Süden von Waldbränden verwüstet worden ist. Der Regen löste im Norden des Landes schwere Überschwemmungen und Schlammlawinen aus, bei denen mit Stand vom Mittwochnachmittag sechs Menschen getötet und weitere vermisst oder verletzt wurden. Die Überschwemmungen trafen die Küstenprovinzen Bartin, Kastamonu, Sinop und Samsun am Schwarzen Meer.

Griechische Feuerwehr warnt

Auf der zweitgrößten griechischen Insel Euböa als auch auf der Halbinsel Peloponnes erloschen aufgrund der Regenfälle viele Feuer. Die Feuerwehr warnte jedoch, die Gefahr sei noch nicht vorbei. In vielen Fällen brannte es noch im Unterholz und neue Brände könnten ausbrechen. Zudem wehten landesweit starke Winde.

 

PULS 24 Chronik-Chefreporterin Magdalena Punz berichtet von einer Polizeikontrolle in der Brandregion in Griechenland.

Der Wetterumschwung hatte auch noch etwas anderes zur Folge: Durch zahlreiche Blitze wurden kleinere Feuer im Westen Athens und auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden des Landes entfacht. Diese konnten aber schnell gelöscht oder unter Kontrolle gebracht werden. Alle Feuerwehreinheiten aus mehr als 20 Nationen blieben Donnerstagfrüh in höchster Alarmbereitschaft.

Autos in Türkei von Fluten mitgerissen

Die Regenfälle entlang der Nordküste der Türkei kamen bereits vor einigen Tagen, als es den Feuerwehrleuten fast gelungen war, Waldbrände im Süden zu kontrollieren, bei denen seit Ende Juli mindestens acht Menschen ums Leben kamen. Tausende mussten evakuiert werden, als das Land mehr als 200 Brände bekämpfte. 

Besonderst stark betroffen von Regen scheint Kastamonu zu sein, wo die Stadt Bozkurt überschwemmt und Dutzende Autos von den Fluten mitgerissen wurden. Wasser und Geröll strömten durch die Straßen, Brücken wurden zerstört. Innenminister Suleyman Soylu, der nach Kastamonu gereist war, berichtete von drei bis vier Meter hohen Überschwemmungen. Viele Menschen warteten darauf, von den Dächern gerettet zu werden.

In Bartin zerstörten die Sturzfluten mehrere Häuser und mindestens zwei Brücken und verursachten den teilweisen Einsturz einer Straße, die in die Nachbarprovinz Karabuk führte, berichtete die türkische Nachrichtenagentur DHA. Beim Einsturz einer Brücken seien mindestens 13 Menschen verletzt worden, teilte das türkische Katastrophen- und Notfallmanagement mit.  Ein Mensch habe mitten im Hochwasser einen Herzinfarkt erlitten und sei gestorben, eine weitere Person wurde vermisst.

Rettungskräfte retteten mindestens 15 Menschen, die in ihren Häusern oder Fahrzeugen eingeschlossen waren, berichtete die staatliche Agentur Anadolu. Dem Katastrophenschutz zufolge sind die Evakuierungen weiter im Gang. Etliche Menschen seien mit Hubschraubern aus den überfluteten Gebieten in Sicherheit gebracht worden. Straßen seien gesperrt, weil Brücken zerstört oder schwer beschädigt seien. Ab dem morgigen Freitag sollten die Regenfälle nachlassen.

Landwirtschafts- und Forstminister Bekir Pakdemirli sprach von "einer Katastrophe, die wir seit 50 oder 100 Jahren nicht gesehen haben". Der Norden der Türkei ist im Sommer anfällig für Sturzfluten, wenn es besonders stark regnet. Im vergangenen Jahr kamen bei den Überschwemmungen in der Region mindestens fünf Menschen ums Leben.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb