Söldener Seilbahnunglück jährt sich zum 20. Mal
Ein Hubschrauber des Salzburger Unternehmens Knaus hatte am 5. September 2005 bei einem Transportflug den Betonkübel verloren. Dieser riss daraufhin eine Gondel der "Schwarzen-Schneid-Bahn" in die Tiefe. Aus einer zweiten Kabine wurden durch die Schwingungen des Seils sechs Skifahrer hinausgeschleudert. Insgesamt starben dabei neun deutsche Urlauber aus Baden-Württemberg und Bayern, neun weitere Personen wurden teils schwer verletzt.
Der Pilot wurde in einem Strafprozess wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung schuldig gesprochen und zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt. Laut Oberstem Gerichtshof (OGH) lag das Verschulden und somit die Haftung beim Piloten. Dieser habe den Flug so zu wählen, dass bei Auslösung der Aufhängevorrichtung währen des Fluges die Last weder Personen noch Sachen auf der Erde gefährdet. Nach der Tragödie wurden auch Zivilprozesse gegen die Hubschrauberfirma sowie die Ötztaler Gletscherbahnen angestrengt. Einem OGH-Urteil zufolge traf die Bergbahnen zwar keinerlei Schuld, diese hafteten jedoch wegen außerordentlicher Betriebsgefahr nach dem Eisenbahn- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz (EKHG).
"Das war der schwärzeste Tag meines Lebens", erklärte Falkner in der Rückschau. Er könne sich noch genau daran erinnern, wie er damals den Anruf mit der tragischen Nachricht erhalten habe. Seit dem Unglück werde jedenfalls jährlich ein Gedenken für die Angehörigen organisiert - auf Wunsch der Familien unter Ausschluss der Öffentlichkeit, betonte der Bergbahnen-Geschäftsführer. Zum 10. Jahrestag des Unglücks im Jahr 2015 hatte Falkner gegenüber der APA erklärt, dass "generell" keine Transportflüge über eine Seilbahn durchgeführt würden. Ganz ausschließen lasse es sich aber auch nicht: "Es wird so gut wie möglich vermieden".
Auch der Söldener Bürgermeister Ernst Schöpf - der damals bereits im Amt war - konnte sich im APA Gespräch noch genau an den Tag des Unglücks erinnern: "Die Abläufe haben sich in meinen Kopf gebrannt. Das werde ich nie wieder vergessen." Er habe in seiner fast 40-jährigen Amtszeit zwar einige tragische Unfälle erlebt, die "Dimension sowie die internationale mediale Aufmerksamkeit für das Unglück" seien damals aber besonders groß gewesen.
Zusammenfassung
- Am 5. September jährt sich das Seilbahnunglück von Sölden, bei dem 2005 neun deutsche Wintersportler – darunter sechs Kinder – ums Leben kamen, zum 20. Mal.
- Ein 750 Kilogramm schwerer Betonkübel stürzte damals von einem Hubschrauber auf eine Gondel der 'Schwarzen-Schneid-Bahn' und riss sie in die Tiefe, neun weitere Personen wurden teils schwer verletzt.
- Der Pilot wurde wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu sieben Monaten bedingter Haft verurteilt, während die Bergbahnen aufgrund außerordentlicher Betriebsgefahr hafteten.