"So denkt Österreich"-Umfrage: 50 Prozent würden auf Fleisch verzichten

05. Juli 2021 · Lesedauer 4 min

PULS 24 und Café Puls hat die Österreicherinnen und Österreicher zum Thema Tierwohl und Fleischkonsum gefragt.

Österreich ist ein Land der Fleischesser und Tierfreunde. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Widerspruch, aber die große PULS 24 und Café Puls Umfrage "So denkt Österreich" fühlte 3.374 Befragten genauer auf den Zahn und blickte ihnen auf den Teller. Im Detail wird klar: Die Österreich wollen Tiere zwar gerne essen, doch nur weil sie zur Mahlzeit werden, heißt das nicht, dass die Befragten Massentierhaltung und undurchsichtige Fleischbeschaffung vertretbar finden, im Gegenteil.

86 Prozent der Befragten finden ganz klar, dass Massentierhaltung und das daraus gewonnene Fleisch schlecht sind. 82 Prozent wären auch bereit ihren Fleischkonsum einzuschränken, wenn dafür Tierleid gemindert oder die Umwelt geschont wird. 

Der Anteil der heimischen Fleischesser ist enorm. Nur 12 Prozent verzichten ganz darauf, fast ein Fünftel hingegen isst fünfmal oder öfter jede Woche Fleisch. Weitere 39 Prozent, also fast zwei Fünftel greifen 3 bis fünfmal jede Woche zu Wurst, Schinken und Fleisch.

Wer Fleisch isst, will auch wissen, was auf den Teller kommt. 85 Prozent sind dafür, dass Wirte und Gastronomen klar angeben, woher ihre Zutaten kommen und wollen sicher sein, dass sie von guter Qualität sind. 

86 Prozent der Konsumenten von tierischen Produkten, also Fleisch, Milch oder Eiern werfen beim Kaufen einen Blick aufs Etikett, um sicher zu gehen, das die Herkunft ihrer Nahrungsmittel stimmt. Wo die Ware herkommt, wie die Tiere gehalten wurde und ob das unabhängige Organisationen auch per Gütesiegel bestätigen, ist nur einem von zehn nicht wichtig.

Obwohl der Großteil Österreichs gern Fleisch genießt, sind 82 Prozent der Befragten trotzdem bereit, sich einzuschränken, wenn sie sicher gehen können, dass es dadurch Tieren besser geht und die Umwelt auch etwas davon hat. Nur ein geringer Teil, noch nicht einmal zwei von zehn (16 Prozent) ist das Wohl von Tieren und Umwelt egal beziehungsweise nicht so wichtig, wie die Quantität beim Fleisch auf ihrem Teller. 

Mehr als neun von zehn Österreichern (94 Prozent) sind für Importbeschränkungen solange Tiere auf qualvolle Weise aus dem Ausland nach Österreich transportiert werden. 

90 Prozent sprechen sich für das, von Tierschutzorganisationen verlangte, Verbot von Vollspalten-Böden in Schweineställen aus. Nur vier Prozent wollen, dass alles beim Alten bleibt.  

Überraschend bei einem Land voller Fleischliebhaber ist die hohe Bereitschaft, auf das Schmankerl Fleisch auch verzichten zu wollen. Die Hälfte der Befragten, wären bereit, auf Fleischersatzprodukte umzusteigen, wenn die Qualität und der Geschmack stimmen. 

Nicht nur der Wille zum Verzicht ist das, sondern auch die Bereitschaft, tiefer ins  Geldbörsel zu greifen. 68 Prozent sind bereit, mehr als drei Euro pro Kilo Fleisch zu zahlen, ein Fünftel findet die momentane Preisgestaltung in Ordnung und nur sechs Prozent geben an, sich nur billiges Fleisch leisten zu können. 

Zur Umfrage

Stichprobengröße: n= 3.374  / Maximale Schwankungsbreite: +/- 1,7 %  Untersuchungszeitraum: 28. Juni 2021 – 02. Juli 2021 / Nicht repräsentativ, ungewichtete Ergebnisse

So denkt Österreich

Jeden Montag kann ab sofort über Themen, die die Österreicherinnen und Österreicher bewegen, im Live-TV abgestimmt werden. Einfach QR-Code am Bildschirm mit der Handykamera scannen oder auf die Website cafepuls.ifdd.at surfen und los geht es.

Das Institut für Demoskopie & Datenanalyse, Café Puls und PULS 24 werfen dabei einen sehr detaillierten Blick auf die aktuellen Top-Themen des Landes. Im Vordergrund stehen die Seherinnen und Seher. Die Ergebnisse der Befragung der aktuellen Woche werden jeden Freitag ausgewertet und am Montag live im TV analysiert. In der aktuellen Umfrage geht es um das Thema "Fleisch".

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam