APA - Austria Presse Agentur

"Shakespeare in Love" Joseph Fiennes wird 50

27. Mai 2020 · Lesedauer 4 min

Fiennes - das ist in Großbritannien ein ganz besonders klangvoller Name, der schon seit vielen Jahrhunderten präsent ist. Politiker, Geistliche, Forscher, Künstler und Autoren sind in diesem illustren und weit verzweigten Adelsclan zu finden, der auch entfernt mit dem britischen Königshaus verwandt ist. Und dann gibt es auch noch den Schauspieler Joseph Fiennes. Er wird am Mittwoch 50 Jahre alt.

Fiennes - das ist in Großbritannien ein ganz besonders klangvoller Name, der schon seit vielen Jahrhunderten präsent ist. Politiker, Geistliche, Forscher, Künstler und Autoren sind in diesem illustren und weit verzweigten Adelsclan zu finden, der auch entfernt mit dem britischen Königshaus verwandt ist. Und dann gibt es auch noch den Schauspieler Joseph Fiennes. Er wird am Mittwoch 50 Jahre alt.

Besonders berühmt geworden ist Ralph Nathaniel Twisleton-Wykeham-Fiennes, der - mit leichter Namensverkürzung - durch Filme wie "Schindlers Liste", "Der englische Patient" oder die "Harry Potter"-Reihe weltberühmt wurde. Aber auch sein Bruder Joseph Alberic Twisleton-Wykeham-Fiennes hat es als Schauspieler weit gebracht.

Das Schauspiel ist sein Traumberuf, auch wenn er nach eigenem Bekunden vor der Kamera so manche Panikattacke erlitten hat. "Aber ich könnte mir trotzdem nichts anderes vorstellen und wäre ohne die Schauspielerei wahrscheinlich nur ein desorientierter Penner", sagte Joseph Fiennes einmal der Frauenzeitschrift "Maxi". Mit seinen Rollen hat der sensible, zurückhaltende und charmante Schauspieler im Laufe seiner Karriere mühelos die Jahrhunderte durchmessen - vom Historienfilm bis zum zeitgenössischen Drama.

In dem Action-Knaller "Hercules" spielte er an der Seite von Dwayne Johnson den König Eurystheus. In "Auferstanden" verkörperte er einen römischen Militärtribun, der beauftragt wurde, das Rätsel um die Geschehnisse nach der Kreuzigung Jesu zu lösen. In der Serie "Camelot" tauchte er als der Zauberer Merlin in das Mittelalter ein und als junger Martin Luther feierte in dem Kinohit "Luther" Triumphe.

Seine extreme Wandelbarkeit konnte Joseph Fiennes auch in Bille Augusts Drama "Goodbye Bafana" unter Beweis stellen, wo er den rassistischen Gefängniswärter James Gregory spielte, der Ende der 60er Jahre einen Job auf der berüchtigten südafrikanischen Gefängnisinsel Robben Island bekommt. Hier sitzt der gefürchtete Regimegegner: Nelson Mandela (Dennis Haysbert). Doch nach und nach wird aus dem Schwarzen-Hasser ein Befürworter des südafrikanischen Freiheitskampfes.

Eine ganz besondere Rolle aber sollte, wie auch bei seinem Bruder Ralph, Shakespeare spielen. Fiennes war nicht nur einige Zeit lang Mitglied der renommierten Royal Shakespeare Company, als verliebter William Shakespeare, der in eine Schaffenskrise gerät, wurde er selbst vor etwas mehr als 20 Jahren weltberühmt.

Während er mit seinem neuen Theaterstück "Romeo und Ethel, die Tochter des Piraten" nicht so richtig vorankommt, erlebt der Dichter in "Shakespeare in Love" die eigentliche Romeo-und-Julia-Story am eigenen Leib. Daraus hat John Madden eine furiose Verwechslungskomödie voller Anspielungen und bissiger Seitenhiebe gemacht. Für den britischen Regisseur war Joseph Fiennes von Anfang an die erste Wahl: "Er hat die Romantik und den Humor und das Aussehen - und so viel mehr", schwärmte Madden.

Und auch bei Joseph Fiennes hat "Shakespeare in Love" einen ganz besonderen Stellenwert: "Es wird immer eine meiner unterhaltsamsten, fesselndsten und aufregendsten Arbeiten sein. Wobei ich eigentlich nicht 'Jobs' sagen würde, sondern nur 'Abenteuer' meiner Karriere", sagte er in der Nachrichtensendung "Good Morning America". Seine dunkle Seite zeigt der Schauspieler momentan in der Serie "The Handmaid's Tale - Der Report der Magd", in der er als böser Kommandant in einer fiktiven totalitären Gesellschaft auftritt, in der fruchtbare Frauen in sexuelle Knechtschaft gezwungen werden.

Seine Filme nennt er ein Abenteuer, sein Herz aber gehört vor allem seiner Familie. "Obwohl ich liebe, was ich tue, und meine Arbeit mit Leidenschaft verrichte, gibt mir meine Arbeit nicht den Grad an Mitgefühl und Erfüllung wie die wichtigste Rolle in meinem Leben, die eines Ehemannes und Vaters für die drei wichtigsten Menschen in meinem Leben - meine Frau und meine beiden Töchter", sagte er "Good Morning America".

Quelle: Agenturen