APA - Austria Presse Agentur

Bericht: Griechenland schickt Migranten heimlich zurück aufs Meer

17. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Laut einem Bericht der "New York Times" wurden über 1.000 Migranten auf Rettungsflößen an den Rand des griechischen Hoheitsgebiets gebracht und im Stich gelassen.

Die griechische Regierung soll in den letzten Monaten 1.072 Flüchtlinge heimlich von den europäischen Grenzen vertrieben, viele von ihnen an den Rand griechischer Hoheitsgewässer geschifft und in aufblasbaren, oft überladenen Rettungsbooten ausgesetzt haben, berichtet die "New York Times" .

In mindestens 31 Fällen soll dies so stattgefunden haben. Die "New York Times" bezieht sich dabei auf unabhängige Watchdogs, Forscher und die türkische Küstenwache. Ebenfalls wurde von der Times Überlebende befragt und Foto- sowie Videobeweise geprüft.

Eine der zitierten Zeugen ist Najma al-Khatib, eine 50-jährige syrische Lehrerin. Sie berichtet, dass sie und 22 andere – darunter auch Babys – am 26. Juli von maskierten griechischen Beamten aus einem Gefangenenlager auf der Insel Rhodos entführt wurden. Sie seien auf einer "ruder- und motorlosen Rettungsinsel" zurückgelassen und später von der türkischen Küstenwache gerettet wurden.

"Ich verließ Syrien aus Angst vor einem Bombenanschlag – aber als dies geschah, wünschte ich mir, ich wäre unter einer Bombe gestorben", sagte sie der "Times".

Griechische Behörden dementieren

Stelios Petsas, Sprecher der Regierung, dementiert den Bericht. "Die griechischen Behörden beteiligen sich nicht an illegalen Aktivitäten", sagt er gegenüber der "New York Times". "Griechenland hat eine nachgewiesene Erfolgsbilanz, wenn es darum geht, internationales Recht, Konventionen und Protokolle einzuhalten. Dazu gehört auch die Behandlung von Flüchtlingen und Migranten.“

Quelle: Redaktion / moe