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"Sextortion": Polizei warnt vor Erpressung mit Nacktfotos

21. März 2022 · Lesedauer 3 min

Die steirische Polizei warnt nach einem Fall aus dem Bezirk Liezen vor der Erpressung mit im Internet versendeten Nacktbildern.

Eine noch unbekannte Person soll sich Anfang März im Internet als Frau ausgegeben haben. Ein Mann aus dem Bezirk Liezen in der Steiermark bekam von dem Profil Nacktfotos zugeschickt und ließ sich überreden, ebenfalls solche Aktaufnahmen zurückzusenden. Doch dann drohte die unbekannte Person plötzlich damit, die Fotos zu veröffentlichen. Der Mann überwies "einen geringen Geldbetrag", wie die steierische Landespolizeidirektion mitteilte, damit die Fotos privat bleiben. 

Die Polizei warnt anlässlich dieses Vorfalls vor der Mache, die auch als "Sexortion" bekannt ist. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern "Sex" und "exortion" - im Englischen "Erpressung" - zusammen. "Die Zielpersonen erhalten über soziale Netzwerke eine Einladung oder Freundschaftsanfrage einer ihnen unbekannten, attraktiven Person", schildert die Exekutive in einer Aussendung.

Nach einer "kurzen Kennenlernphase" erfolge oft die Aufforderung, in einen Videochats zu wechseln, wo man sich nackt zeigen oder gar masturbieren soll. "Um glaubhaft zu wirken, macht das Gegenüber mitunter den ersten Schritt, indem es sich nackt zeigt oder beginnt, sich vor der Zielperson zu befriedigen", warnt die Polizei. Oft sollen die Aufnahmen aber auch über einfache Messenger-Diente übermittelt werden.

Aufnahmen können auch manipuliert werden

Sind die Aufnahmen erst übermittelt, folgt die Drohung, sie Freunden, der Familie zu übermitteln oder sie in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. "Die Täter nutzen dabei die Angst und Scham der Opfer als Druckmittel", heißt es von der Polizei.

Es hätte selbst schon Fälle gegeben, in welchen die Opfer die Absicht der Täter rechtzeitig erkannt hatte und sich nicht ausgezogen haben, aber dennoch erpresst wurde. So sollen einfach Profilbilder oder andere Aufnahmen aus den sozialen Medien entsprechend manipuliert worden sein. 

Präventions-Tipps

Die Polizei gibt nun Tipps, wie solche Profile zu erkennen sein könnten: Oft finden sich dort viele aufreizende Fotos, aber wenige persönliche Informationen, die Aufforderung, in einen Videochat zu wechseln folgt oft relativ rasch. Die Personen selbst beginnen sich schon nach kurzer Zeit auszuziehen. 

Um Erpressungen zu vermeiden sollte man laut Polizei seine Webcam abdecken, bis man dem Gegenüber vertraut. In sozialen Netzwerken sollte wenig Privates bekanntgegeben werden. Erkennt man den Erpresser als solches, sollte man Kontakt vermeiden, die Person blockieren und die Accounts melden. Niemals sollte man das Geld überweisen, so die Polizei. Denn oft werde dann noch mehr Geld verlangt. Vom Account des Erpressers sollten Screenshots gemacht werden, Chat - und Mailverläufe sollten gesichert werden. "Erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle. Nur so ist eine strafrechtliche Verfolgung der Erpresser möglich", rät die Polizei.

Quelle: Redaktion / koa