Sex mit 12-Jähriger: Ermittlung in anderem Fall eingestellt
Ein strafrechtlich relevantes Verhalten sei den einzelnen Beschuldigten anhand der Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens nicht nachzuweisen beziehungsweise bestehe keine Verurteilungswahrscheinlichkeit, heißt es laut "Krone" in der Verständigung, die den Parteien zugestellt wurde. Insgesamt war in dem zweiten Fall gegen sieben Beschuldigte ermittelt worden, sagte Bussek am Abend zur APA. Zu den vorgeworfenen Tatbeständen gab es keine genaueren Angaben.
Die Burschen waren im Vorjahr teilweise in einem ersten Fall um eine Zwölfjährige in Wien vor Gericht gestanden. Dabei waren insgesamt zehn Angeklagten geschlechtliche Handlungen mit dem Mädchen vorgeworfen worden. Am Ende wurden alle freigesprochen. Die von der Anklage umfassten Vorgänge hatten sich zwischen März und Juni 2023 in Wien-Favoriten zugetragen. Zwei Angeklagten war geschlechtliche Nötigung vorgeworfen worden, allen zehn die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung.
Die Freisprüche in dem Fall hatten für große Diskussionen gesorgt. Unmutsäußerungen und Empörung bis hin zu unverhohlenem "Hass im Netz", den vor allem der vorsitzende Richter abbekam, waren die Folge. Auch eine Änderung des Sexualstrafrechts zu "Nur Ja heißt Ja" wurde in der Folge vielfach gefordert.
Zwei Burschen, die in dem Fall rechtskräftig freigesprochen worden waren, kamen kurz darauf in U-Haft. Sie sollen in einer Garage in Wien einen Raubüberfall begangen haben.
Zusammenfassung
- Die Ermittlungen gegen sieben Jugendliche, denen sexuelle Übergriffe an einer weiteren Zwölfjährigen vorgeworfen wurden, sind laut Staatsanwaltschaft Wien aus Beweisgründen eingestellt worden.
- Bereits im Vorjahr standen zehn Jugendliche wegen sexueller Handlungen mit einer Zwölfjährigen in Wien-Favoriten vor Gericht und wurden allesamt freigesprochen.
- Die Freisprüche führten zu heftigen öffentlichen Debatten und Forderungen nach einer Verschärfung des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip "Nur Ja heißt Ja".
