Schwere Unwetter treffen den Mittelmeerraum
Vor allem im Norden und Osten Tunesiens kommt es seit Montag zu schweren Regenfällen. Im Norden Tunesiens wurden zwei deutsche Touristen von Anrainern aus den Wassermassen gerettet. Die beiden Urlauber gerieten laut einem Ortsvertreter in der ländlichen Gegend um Takelsa südlich von Tunis mit ihrem Auto in die Fluten. Augenzeugen berichteten, das Wasser habe den Mann davongetragen und die Frau sei im Schlamm festgesteckt. Anrainer hätten die beiden mit einem Traktor gerettet, ins Warme gebracht und mit Kleidung versorgt. "Sie hatten Glück", sagte Ratsmitglied Abdelbasset Belmoni im örtlichen Radio.
Präsident Kais Saied wies die Armee an, bei den Such- und Rettungsaktionen in den betroffenen Gebieten zu helfen. Zivilschützer versuchten, die Wassermassen in der Hauptstadt Tunis sowie in den Provinzen Bizerte, Nabeul und Monastir aus Wohngebieten zu pumpen. Vielerorts fehlt es an Ausrüstung. Viele Straßen waren überschwemmt und nicht befahrbar, auch der Zugverkehr fiel teilweise aus.
Regen, Schnee und Sturm auch in Griechenland
Das Unwetter hat auch Griechenland fest im Griff. In vielen Landesteilen kam es zu schweren Regenfällen, in höheren Lagen fiel zudem kräftiger Schnee, wie griechische Medien berichteten. Im Ionischen Meer, das zwischen Griechenland und Süditalien liegt, herrschten nach Angaben des griechischen Wetteramtes Winde mit Geschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Zahlreiche Fährverbindungen wurden eingestellt. Die Schulen bleiben im Süden des Landes geschlossen.
Auch Süditalien wurde von Unwettern getroffen. Am Dienstag wurden auf Sizilien für mehrere Gemeinden Evakuierungen angeordnet. Einsatzkräfte retteten auf dem Vulkan Ätna eine Schweizer Touristenfamilie, die in einen Schneesturm geraten war.
Zusammenfassung
- Mindestens vier Menschen kamen in Tunesien bei heftigen Regenfällen ums Leben, das Land ist laut Staatsagentur TAP "durch tödliche Stürme paralysiert".
- Schwere Unwetter führten in Tunesien, Griechenland und Süditalien zu massiven Beeinträchtigungen im Verkehr, bei Schulen und der öffentlichen Versorgung sowie zu Evakuierungen und Rettungsaktionen.
- In Griechenland wurden Fährverbindungen wegen Windgeschwindigkeiten über 100 km/h eingestellt, Schulen im Süden geschlossen und auf Sizilien mussten mehrere Gemeinden evakuiert werden.
