APA - Austria Presse Agentur

Schwere Unwetter in der Nacht: Verwüstungen in Ober- und Niederösterreich

28. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

In Nieder- und Oberösterreich sind am Mittwochnachmittag und am Abend wieder heftige Unwetter niedergegangen. Dutzende Bäume fielen auf Strom- und Telefonleitungen, Dächer wurden teilweise abgedeckt, Plakatwände stürzten um und Straßenunterführungen wurden überflutet. Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Den Helfern und Feuerwehrleuten in Nieder- und Österreich haben schon wieder eine schwere Nacht mit Aufräumarbeiten hinter ihnen. In Niederösterreich legten sich 900 Einsatzkräfte von 80 Feuerwehren ins Zeug. Das Landeskommando zählte 140 Einsätze. 

Sturmböen und schwere Niederschläge machten vor allem den Bezirken St. Pölten, Krems, Korneuburg, Mödling und Baden zu schaffen. 

Erst verdunkelte sich der Himmel, dann kam der Sturm

"Gegen 16.30 Uhr verdunkelte sich der Himmel und binnen weniger Minuten setzte heftiger Sturm ein, der in manchen Regionen 90 bis 100 km/h erreichte", teilte Feuerwehrsprecher Franz Resperger mit. "Der Feuerwehrnotruf läutete im Minutentakt", resümierte der Sprecher. Gegen 20.30 Uhr sei "der Spuk" schließlich zu Ende gewesen.

Bereitschaftsdienst stand bereits auf Stand-by

Betont wurde, dass die Feuerwehren nach den Unwettern mit schweren Hagelschäden und massiven Überflutungen in der zweiten Juliwoche, als in Summe 5.300 Helfer im Einsatz gestanden waren, erneut gut vorbereitet gewesen seien. Dazu beigetragen habe eine "treffsichere Wettervorhersage", auf die mehrere Wehren vorsorglich mit der Einrichtung eines Bereitschaftsdienstes reagiert hätten.

Nach heftigen Gewittern in der Nacht auf Mittwoch gab es am Nachmittag auch in Oberösterreich erneut Unwetteralarm. 150 Feuerwehren mit rund 2.300 Einsatzkräften rückten zu 400 Einsätzen in den Bezirken Braunau, Ried im Innkreis, Vöcklabruck, Wels-Land, Wels Stadt und Grieskirchen aus. Wieder kam es zu regionalen Überflutungen und kleineren Vermurungen.

Millionenschäden durch Unwetter

Fünfter Großeinsatz in OÖ

Hagel und Sturm beschädigten auch hier Häuser. Besonders drastisches bekam man die Gewalt des Wetters in Eggelsberg im Bezirk Braunau zu spüren, wie das Foto oben zeigt. Personen kamen nicht zu Schaden. Seit Sonntagabend war dies der fünfte Großeinsatz für die Feuerwehren in Oberösterreich.

Hagelversicherung: "Vielfach Totalschaden"

Die Österreichische Hagelversicherung meldete, dass es im oberösterreichischen Bezirk Braunau auf einer Agrarfläche von 40.000 Hektar "vielfach zu Totalschäden an landwirtschaftlichen Kulturen gekommen" sei. Sie beziffert den Gesamtschaden allein vom Mittwoch auf elf Millionen Euro. In Summe sei durch den Hagel in den vergangenen fünf Wochen in Österreich bereits ein Schaden an landwirtschaftlichen Kulturen von 105 Millionen Euro entstanden. Ein "negativer Rekord, der sich "mit einem Wort begründen" lasse: "dem Klimawandel", so der Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Hagelversicherung, Kurt Weinberger, in der Aussendung.

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Quelle: Agenturen