Schulen sollen bis Semesterende geschlossen bleiben

12. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Sah der Plan vor, dass die Schulen am 18. Jänner wieder in den Präsenzunterricht wechseln, sollen sie nun offenbar bis zum Semesterende im Distance Learning bleiben.

Wie PULS 24 aus Regierungskreisen erfuhr, soll der reguläre Unterricht erst nach den Semesterferien starten. Die Bundesregierung sei sich einig - eine finale Entscheidung soll aber in den nächsten zwei Tagen unter Beobachtung des Infektionsgeschehen fallen. Der Grund für die wahrscheinliche Verlängerung des Distance Learning finde sich in der Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Virus-Mutation in Großbritannien. Am Dienstag erhärtete sich der Verdacht, dass es in Tirol bereits 17 Fälle mit dieser Virus-Mutation gibt. Sie soll bis zu 70 Prozent ansteckender sein.

Kaltenbrunner zur Verlängerung des Schul-Lockdowns

PULS 24 Chefredakteur Stefan Kaltenbrunner über die geplante Verlängerung des Fernunterrichts bis zum Semesterende.

In Österreich beginnen die Semesterferien gestaffelt. In Wien und Niederösterreich starten sie am 1. Februar, in Vorarlberg, Tirol, Kärnten, Salzburg und das Burgenland am 8. Februar und in Oberösterreich und der Steiermark am 15. Februar.

Offen ist allerdings auch noch, wie es danach weitergehen soll. Die Entscheidung dazu soll in den nächsten Tagen fallen. Man werde aber "zügig anhand von Fakten und Infektionslage entscheiden", heißt es aus dem Bildungsministerium.

Meinl-Reisinger: Schüler müssen für Versäumnisse der Regierung zahlen

NEOS-Parteichefin Beate Meinl-Reisinger kritisiert im PULS 24-Interview, dass die Schüler für das Corona-Missmanagement der Regierung zahlen müssen.

Wiederkehr: "Rückschlag"

Der Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) hat am Dienstag einmal mehr vor einer späteren Schulöffnung gewarnt. Diese sei ein "Rückschlag" für Bildungschancen, beklagte er in einer Aussendung. "Ich bin nach wie vor überzeugt, dass unter anderem mit der gerade erst von Bildungsminister (Heinz) Faßmann (ÖVP, Anm.) vorgestellten Teststrategie an Schulen eine sichere Öffnung der schulischen Einrichtungen mit 18. Jänner möglich wäre. Für Eltern und Kinder bedeutet diese Ankündigung erneute Belastungen, die bereits an die Unerträglichkeitsgrenze gehen."

Die FPÖ spricht sich in Aussendungen strikt gegen weitere Schulschließungen aus. SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid forderte von Faßmann klare Worte: "Es ist verantwortungslos, dass seit Wochen keine klaren Ansagen gemacht werden." Ebenso NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre: Dass die Betroffenen eine Woche vor dem ursprünglich geplanten Start des Unterrichts vor Ort auf Spekulationen angewiesen seien, sei "inakzeptabel und unerträglich".

Studie: Schul-Lockdown setzt Schülern zu

Die Schüler haben im Distance Learning während des zweiten Lockdown deutlich mehr Zeit für die Schule aufgewendet als während der Schulschließung im Frühjahr. Das zeigt eine Studie von Bildungspsychologen der Uni Wien. Unter dem Fernunterricht deutlich stärker leiden Oberstufenschüler (sie sind auch deutlich länger im Distance Learning, Anm.) - sie berichteten etwa doppelt so häufig von einer Verschlechterung ihres Wohlbefindens und geringerer Lernfreude als Pflichtschüler.

Quelle: Redaktion / moe