APA - Austria Presse Agentur

Sanofi hilft Biontech/Pfizer bei Impfstoff-Produktion für EU

27. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Der französische Pharmakonzern Sanofi will mehr als 125 Millionen Dosen des von den Konkurrenten Biontech und Pfizer entwickelten Covid-19-Impfstoffs für die EU fertigen. Die ersten Lieferungen seien im Sommer aus Produktionsanlagen in Frankfurt zu erwarten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Sanofi werde Biontech Zugang gewähren und Fertigungsschritte der späten Phase übernehmen. Dafür soll eine Anlage genutzt werden, in der Sanofi Diabetes-Medikamente herstellt.

Da der Covid-19-Impfstoff von Biontech auf einer völlig anderen Technologie basiere als die Vakzine, die Sanofi normalerweise herstelle, benötige die Umstellung entsprechend Zeit, erläuterte eine Sprecherin, warum mit Lieferungen nicht schon vor dem Sommer begonnen werden könne. "Die Herstellung eines neuen Impfstoffs erfordert einige Zeit und Investitionen, um bestimmtes Equipment zu erwerben, zu installieren und zu qualifizieren, technische Chargen herzustellen und den Herstellungsprozess zu genehmigen." Sanofi will parallel aber auch die Entwicklung seiner eigenen Impfstoff-Kandidaten weiter vorantreiben.

Angesichts der massiven Nachfrage nach Covid-19-Impfstoffen arbeitet Biontech mit Hochdruck am Ausbau seiner Produktionskapazitäten. Pfizer und Biontech haben sich verpflichtet, in diesem Jahr bis zu 600 Millionen Dosen an die EU zu liefern. Die Partner mussten aber auch Lieferprobleme eingestehen, da die Produktion im belgischen Pfizer-Werk Puurs wegen der Ausweitung der Kapazitäten zunächst gedrosselt werden müsse. Entlastung soll auch die von Novartis übernommene Anlage im deutschen Marburg bringen, die im Februar die Produktion aufnehmen soll. Das US-Unternehmen Baxter will zudem in der Stadt Halle ab Ende Februar/Anfang den Impfstoff von Biontech und Pfizer herstellen.

Sanofi entwickelt selbst einen Corona-Impfstoff zusammen mit dem britischen Konzern GlaxoSmithKline. Die beide Unternehmen hatten dabei im Dezember einen Rückschlag erlitten, weil das Mittel bei älteren Erwachsenen keine ausreichende Reaktion des Immunsystems hervorrief. Nun wollen die Partner im Februar mit einem verbesserten Impfstoff eine neue Studie der Phase 2 starten. Sollten die Ergebnisse positiv sein, könnte ein großangelegter Test an mehreren tausend Probanden im zweiten Quartal 2021 beginnen und der Impfstoff im vierten Quartal zugelassen werden.

Das Vakzin basiert auf derselben Technologie wie einer der Grippeimpfstoffe von Sanofi. Die Franzosen entwickeln zudem mit der US-Firma Translate Bio einen weiteren Impfstoff, der wie die bereits zugelassenen von Biontech und Pfizer auf der sogenannten Boten-RNA (mRNA) basiert. Eine klinische Studie der Phase-1/2 mit diesem Mittel soll noch in diesem Quartal beginnen.

Quelle: Agenturen