Rust im Tullnerfeld versank vor einem Jahr im Hochwasser
308 private Wohnhäuser, 31 Betriebsobjekte sowie 25 landwirtschaftliche Gebäude seien betroffen gewesen, bilanzierte Heinl im Gespräch mit der APA. Die Hilfszahlungen seien erfolgt. Die Kanalsanierung läuft seit dem Frühjahr. Der Damm im Unterlauf der Perschling wurde an 31 Stellen instandgesetzt. Kosten: 1,3 Millionen Euro.
180 Häuser waren in Rust vorübergehend evakuiert worden. Als "emotionale Folge" der Flut bezeichnete der Bürgermeister die nach wie vor vorhandene Sorge bei Menschen, dass sich ein Ereignis wie Mitte September 2024 wiederholen könnte. Der Hochwasserschutz an der Perschling sei "noch nicht, wie er sein sollte". Die Sanierung sei zwar erfolgt, die Baumaßnahmen mit Stärkung und Erhöhung der Dämme sowie Verbreiterung des Flussbetts sollen jedoch erst im Sommer 2026 starten.
Heinl wies im Gespräch mit der APA auch darauf hin, dass das Entwicklungskonzept von Michelhausen überarbeitet werde. Der Prozess sei kurz vor der Flut gestartet worden, das Ereignis finde nunmehr Eingang. Es habe "die Prioritäten in der Arbeit der Gemeinde verändert". Für die FF Michelhausen ist als Folge der Flut eine leistungsstarke Pumpe angekauft worden. Es wurde eine regelmäßige Kanalüberprüfung in die Wege geleitet, damit das Netz jederzeit aufnahmefähig ist. Für den Kindergarten am Bahnhof Tullnerfeld hat die Flut das Aus bedeutet. Die beiden Gruppen sind in andere Räume im Ortsteil Pixendorf übersiedelt, so der Bürgermeister. Das Leopold-Figl-Museum in Rust, beim Hochwasser "mit einem blauen Auge davongekommen", ist seit März wieder offen.
Setzungen auf Straßen
Die Schäden in der Gemeinde seien weitgehend repariert, resümierte Heinl. Dennoch seien Private nach wie vor mit Arbeiten beschäftigt, etwa in ihren Gärten. Gebessert habe sich mittlerweile die zuvor angespannte Situation mit einem hohen Grundwasserspiegel.
In den vergangenen Wochen neu aufgetreten seien Setzungen auf Straßen, führte der Bürgermeister weiter aus. Er sprach von etwa einem halben Dutzend derartiger Folgeschäden. Löcher seien dort entstanden, wo Kanalschächte verlaufen.
Dankesfest und ein Buch
Das Erntedankfest am 14. September in der Katastralgemeinde Rust soll auch zu einem Dankesfest für die Helfer werden, sagte Heinl. Offiziell in Dienst gestellt wird dabei zudem das neue Mannschaftsfahrzeug der örtlichen Feuerwehr. Das alte war von den Fluten mitgerissen worden. Ein Buch über das Hochwasser soll das Ereignis aufarbeiten und für kommende Generationen festhalten. Die Präsentation ist dem Bürgermeister zufolge im November geplant.
Zusammenfassung
- Vor einem Jahr verursachte das Hochwasser in Rust im Tullnerfeld Schäden in Höhe von knapp 27 Millionen Euro und führte zu 387 Schadensanträgen.
- Insgesamt waren 308 private Wohnhäuser, 31 Betriebsobjekte und 25 landwirtschaftliche Gebäude betroffen, 180 Häuser mussten evakuiert werden.
- Die Gemeinde investiert zusätzlich 1,7 Millionen Euro in die Kanalsanierung und hat den Damm im Unterlauf der Perschling an 31 Stellen für 1,3 Millionen Euro instandgesetzt.