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Ruhigerer Jahreswechsel für Tiere gefordert

15. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Die Silvesterknallerei sorgt alljährlich für Stress bei Tieren und verschmutzt die Umwelt. Tierschützer und Pyrotechnik-Verband fordern nun gemeinsam einen entspannteren Jahreswechsel. "Nicht nur Haustiere und unsere vierbeinigen Tierheimbewohner leiden jedes Jahr unter dieser Böllerei, sondern auch Wildtiere versuchen panisch vor den viel zu lauten Knallern und Feuerwerken zu fliehen", sagte Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins, am Donnerstag.

Jahr für Jahr würden unzählige illegale Feuerwerkskörper gezündet. Derartige Raketen, Knallfrösche und Kracher erzeugten weit mehr Lärm als zugelassene Feuerwerkskörper, hieß es in der Aussendung. Zudem würden diese oft an Orten gezündet, an denen es nicht erlaubt ist. Im Wiener Ortsgebiet sind nur Feuerwerkskörper der schwächsten Kategorie ohne Genehmigung gestattet. Darunter fallen etwa Miniknallfrösche und Wunderkerzen.

"Wer einmal die Silvestertage in der Hauptstadt oder in der Nähe unseres Tierschutzhauses in Vösendorf verbracht hat, weiß, dass weit größere Kaliber nachts durch den Himmel pfeifen und knallen", so Petrovic. Viele Tiere würden vor Schreck orientierungslos auf der Straße laufen oder gegen Zäune, Laternenmasten und Hauswände stoßen. "Die meist aus Tschechien importierten oder selbst gebastelten Feuerwerkskörper bergen zudem auch ein großes Risiko für uns Zweibeiner. Qualitätsmängel sind bei diesen Produkten die Regel, nicht die Ausnahme", sagte Petrovic.

Fressnapf Österreich und der Naturschutzbund Österreich fordern ebenfalls ein ruhiges und stressfreies Silvester. "Immer mehr Städte und Gemeinden verzichten auf öffentliche Feuerwerke und verbieten diese auch im privaten Bereich. Wir appellieren an jeden einzelnen, möglichst auf Feuerwerke und Böller zu verzichten. Neben der hohen Lärmbelastung zu Silvester verbleiben auch Unmengen am Müll in der Natur, die den Tieren schaden", sagte Hermann Aigner, Geschäftsführer Fressnapf Österreich. Um Impulskäufe kurz vor Weihnachten zu verhindern und Tiere zu schützen, stoppt Fressnapf auch die Abgabe von Haustieren von 19. bis zum 27. Dezember 2022.

Zu Silvester würden auch viele Wildvögel durch Feuerwerke massiv gestört werden und verlieren durch die grellen Lichter und den Rauch ihre Orientierung. Dadurch entstünde großer Stress bei den Tieren und viele von ihnen würden nach einem solchen Schreck nie mehr an ihre gewohnten Brut- und Schlafplätze zurückkehren. "Auch Müll, Mikroplastik und die hohe Feinstoffbelastung setzen der Umwelt stark zu", so Naturschutzbund-Präsident Roman Türk.

Die Pyrotechnik-HändlerInnen erklärten, sie verstünden die Sorgen der Tierfreunde, Vierbeiner könne man aber auf den Jahreswechsel auch "vorbereiten". "Schwere Verletzungen und negative Zwischenfälle gebe es stets mit diesen verbotenen Schwarzmarkt-Produkten, die auf die gesamte Pyrotechnik-Branche vor der Jahreswende zu Unrecht ein schlechtes Licht werfen würden", hieß es in der Aussendung. Der Verband fordert bei einer Novellierung des österreichischen Pyrotechnikgesetzes auch ein Verbot von "bestimmten Knallkörpern", die meist das ganze Jahr über Menschen und Tiere erschrecken würden. Die Mitglieder des Verbandes der österreichischen Pyrotechnik gaben zudem an, mittlerweile großteils Feuerwerkskörper aus vollkommen verrottbaren Materialien herzustellen.

Quelle: Agenturen