Fußi: Teichtmeister hat "keinerlei Gnade oder Mitleid verdient"

16. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Keine Gnade für Burgschauspieler Florian Teichtmeister wegen des Besitzes von Zehntausenden Kinderporno-Bildern, forderte Politikberater Rudi Fußi bei "Wild Umstritten" auf PULS 24. Nicht nur das Burgtheater sei informiert gewesen, auch die Staatssekretärin, nimmt er an. Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig kritisiert ebenfalls das "zögerliche" Burgtheater und das Ministerium.

Dass das Burgtheater sagte, für Florian Teichtmeister  gelte die Unschuldsvermutung, hält Politikberater Rudi Fußi in "Wild Umstritten" auf PULS 24 für "lächerlich". Der Fall sei schon länger aus Medienberichten bekannt, es habe Handlungsbedarf gegeben, das Burgtheater aber nichts getan. "Päderasten", so Fußi, seien "tiefkranke Menschen, die keinerlei Gnade oder Mitleid verdient haben". Er fordert die "volle Härte des Gesetzes".

Warum kandidiert Kušej nicht mehr? 

Aufklärungsbedarf besteht für den Politikberater auch, weil sich Burgtheater-Direktor Martin Kušej nicht um eine Verlängerung seines Vertrags als Burgtheater-Chef beworben hat. "Einen Tag vor Ablauf der Frist hat er zurückgezogen. Hat das was mit diesen Vorkommnissen zu tun gehabt?"

Fußi kritisiert auch, dass das Burgtheater meinte, Teichtmeister befragt zu haben. Es habe "Aussage gegen Aussage" gestanden. Darauf, so Fußi, könne man sich nicht herausreden, wenn bereits Behörden wegen Kinderpornografie-Besitzes ermitteln. Die Optik, dass man bei der Besetzung ein Auge zudrücke, weil er so ein guter Schauspieler sei, sei "verheerend", legt Gudula Walterskirchen, Historikerin und ehemalige Herausgeberin der "Niederösterreichischen Nachrichten", nach. Das Verhalten des Burgtheaters sei "zu zögerlich" gewesen, stimmt auch Ex-Grünen-Chefin Eva Glawischnig zu.

Auch Mayer informiert? 

"Auch das Ministerium hätte hier aktiver reingehen sollen", sieht Glawischnig auch die Politik in der Pflicht. Dem stimmt Rudi Fußi zu. Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer müsse über den Fall Teichtmeister ebenfalls informiert gewesen sein, wenn die Kommunikationsketten der Bundestheater richtig funktionieren. Spätestens, als das Burgtheater einen Anwalt zuz0g, hätte der Fall auch ihr zu Ohren gekommen sein müssen. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam