RS-Virus-Infektion: Darauf ist bei Säuglingen zu achten

30. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Derzeit grassiert das RS-Virus in Österreich. Während es für Erwachsene nicht gefährlich ist, sollte man gerade bei kleinen Kindern ein Auge auf eine mögliche Infektion haben. Herbert Kurz, Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde an der Klinik Donaustadt verrät im PULS 24 Interview, welche Symptome man gerade bei Säuglingen beachten sollte.

Das Respiratorische-Synzytial-Virus (RS-Virus) ist eine Atemwegserkrankung. Jedes Jahr um das Winterhalbjahr kommt es normalerweise zu Erkrankungen, sagt der Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde an der Klinik Donaustadt Herbert Kurz. Bei Erwachsenen verursache das Virus einen Schnupfen und eine obere Atemwegsinfektion.

Das Immunsystem eines Erwachsenen bewältige solch eine Infektion im Normalfall. Bei kleinen Kindern, vor allem Säuglingen, könne es allerdings zu schweren Verlaufsformen kommen. Sogar ein Krankenhausaufenthalt sei möglich.

Auf Atmung und Trinkverhalten achten

Steckt sich ein Kind mit dem Virus an, sei das erste Anzeichen nicht Fieber, sondern ein Schnupfen - dieses behindere beim Trinken. Gefährlich werde es, wenn die Kleinen nur schlecht oder gar nicht trinken können. Komme es zu Problemen bei der Atmung oder dem Luftkriegen, gelte es den Kinderzart oder eine Kinderambulanz aufzusuchen.

Kurz rät, dass man aktuell größere Menschenmengen mit Säuglingen vermeiden sollte sowie den Kontakt zu Kindergartenkindern, denn dort sei der Virus stark vertreten.

Corona-Maßnahmen gegen eine RS-Virus-Infektion

Übertragen werde das Virus über eine Tröpfcheninfektion. Aber auch Flächen oder Türklinken können zu einer Ansteckung führen. Der Arzt rät, dass man wie beim Coronavirus die Hände regelmäßig desinfiziert, eine Maske trägt und Abstand zu anderen Personen hält.

Steckt sich ein Kind bzw. ein Säugling mit dem RS-Virus an, seien Antibiotika leider unwirksam. Man solle versuchen die Kinder beim Atmen zu unterstützen, indem deren Nasenatmung freigelegt wird, erklärt Kurz. Handle es sich um einen schweren Verlauf, sollte Sauerstoff gegeben werden. Als letzte Möglichkeit könne man maschinell bei der Atmung helfen.

Antikörpermangel

Warum es derzeit zu einem Anstieg an RS-Virus-Infektionen kommt, kann der Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde nicht sagen. Darüber gebe es verschiedene Hypothesen. Zum einem könne es sein, dass Frauen in ihrer letzten Schwangerschaftsphase weniger mit dem Virus in Kontakt kamen. Dadurch konnten sie keine bzw. nicht genug Antikörper bilden und sie an das ungeborene Baby weitergeben.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz