Christbaum in Rom Piazza VeneziaAPA/AFP/Filippo MONTEFORTE

Rom: Ärger um Christbaum wegen Sonnenkollektoren

07. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Ärger in der Vorweihnachtszeit gibt es in Rom. Dort ärgert man sich nicht über die Sonnenkollektoren auf dem Christbaum auf der Piazza Venezia, sondern auch der Baum im Vatikan sorgt für Probleme.

Streit um den Christbaum in Rom gehört schon zur Weihnachtstradition. Die vom Verkehr umtoste Fichte auf dem Hauptplatz Piazza Venezia sorgt für Diskussionen, weil die großen Sonnenkollektoren, mit denen sie dieses Jahr erstmals beleuchtet wird, als unästhetisch bezeichnet werden. Kultur-Staatssekretär Vittorio Sgarbi will sie jetzt entfernen lassen.

Kollektoren wegen Energiekrise

Sgarbi beklagte, dass für die Installierung der Sonnenkollektoren im Stadtkern eine Genehmigung des Denkmalschutzes notwendig sei, die die Stadtverwaltung nicht eingeholt habe. "Ich begreife nicht, warum man für vier Weihnachtskugeln Sonnenkollektoren braucht", kritisierte der Kunstexperte.

Der römische Bürgermeister, Roberto Gualtieri, erwiderte, dass angesichts der Energiekrise die temporäre Aufstellung der Sonnenkollektoren von der Stadtverwaltung genehmigt worden sei. Es gehe darum, angesichts der hohen Strompreise ein gutes Beispiel zu geben.

Problembaum am Petersplatz

Auch der Vatikan bekam Probleme wegen seines Christbaums auf dem Petersplatz. Der ursprünglich vorgesehene und schon seit Monaten ausgewählte Baum der Gemeinde Rosello in der Apenninenregion Abruzzen durfte aus Naturschutzgründen nicht gefällt werden. Kurz vor der Fällung blockierten die Förster mangels einer nötigen Genehmigung das Vorhaben. Stattdessen wurde nach einigem Hin und Her eine gezüchtete Tanne aus einer Baumschule der Region aufgestellt.

Vor fünf Jahren hatte sich Roms Stadtverwaltung wegen eines Christbaums mit schlaffen Nadeln und nackten Zweigen viel Kritik zugezogen. "Spelacchio" lautete der Spitzname für den Weihnachtsbaum, zu Deutsch "Glatzkopf" oder "der Räudige". Die unansehnliche Fichte war schon für tot erklärt worden, als sie aus Norditalien in der Ewigen Stadt ankam. Erbärmlich schmächtig erschien der Baum im Vergleich zu seinen majestätischen Konkurrenten im Vatikan oder in Mailand. Die damalige Bürgermeisterin Virginia Raggi war wegen des schäbigen Christbaum kritisiert und verspottet worden.

Quelle: Agenturen / pea