Rettungsversuch des Buckelwals mit Bagger begann
Bei den Arbeiten sei höchste Konzentration gefragt. Man müsse sich bis auf einen Zentimeter an den Kopf des Tieres heranarbeiten, sagte Partheil-Böhnke. Dies sei auch für den Buckelwal nicht ganz ungefährlich.
Baggerfahrer Tim Löhndorf von der Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff hatte am Mittwoch gesagt, dass mit insgesamt zwei Baggern eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne vor dem Kopf des Wals gegraben werden soll. Besonders herausfordernd seien bei der Rettungsaktion Wind und Strömung.
Zuvor näherte sich der Biologe Robert Marc Lehmann dem Tier, um dessen Gesundheitszustand zu untersuchen. Der Wal, so berichtet ein dpa-Reporter vor Ort, reagierte mit heftigen Bewegungen und lautem Schnauben, als sich der Biologe Robert Marc Lehmann näherte. Der zwölf bis 15 Meter lange Meeressäuger stecke im flachen Wasser fest – so flach, dass der Taucher dort stehen kann.
Nach Einschätzung von Experten des Deutschen Meeresmuseums von Dienstag sind die Überlebenschancen gering: "Der Gesundheitszustand des Wals ist besorgniserregend, sowohl seine Haut als auch den Allgemeinzustand betreffend."
Die Haut macht auch den Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) vor Ort Sorgen. Allerdings sehe der Wal äußerlich noch gut ernährt aus. Wie es im Inneren des Tieres aussieht, könne man nicht sagen, sagte der ITAW-Experte Joseph Schnitzler.
Der Buckelwal war Montagmorgen auf der Sandbank entdeckt worden. Am Dienstag war ein Rettungsversuch mit einem kleinen Saugbagger gescheitert. Zuvor waren bereits andere Versuche fehlgeschlagen.
Zusammenfassung
- Am Donnerstag haben Bagger damit begonnen, eine 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne zu graben, um den zwölf bis 15 Meter großen Buckelwal vor Timmendorfer Strand aus seiner misslichen Lage zu befreien.
- Die Rettungsaktion ist wegen Wind und Strömung besonders schwierig und verlangt höchste Präzision, da sich die Bagger bis auf einen Zentimeter an den Kopf des Tieres heranarbeiten müssen.
- Experten schätzen die Überlebenschancen des Wals als gering ein, sein Gesundheitszustand gilt als besorgniserregend, auch wenn das Tier äußerlich noch gut ernährt erscheint.
