Rax-Waldbrand: Kampf gegen Glutnester hält an

01. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Der rettende Regen ist endlich da, die Feuerwehrleute und deren Helfer beim Waldbrand in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax können aufatmen. Ob eine Woche nach Ausbruch des Brandes nun wirklich alles vorbei ist, wird sich erst zeigen.

Noch am Montag kämpfte man eine Woche nach Ausbruch des Waldbrandes in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) weiter gegen zahlreiche Glutnester, in der Nacht auf Dienstag begann es dann endlich zu regnen.

Im Einsatz standen nach Angaben von Bezirksfeuerwehrkommandant Josef Huber fast 600 Helfer und exakt 111 Fahrzeuge. Man hoffte seit Tagen auf einen Wetterumschwung.

"Verhältnismäßig ruhige Nacht"

Huber, gleichzeitig auch Einsatzleiter, sprach von einer "verhältnismäßig ruhigen" Nacht auf Montag. Auch wenn mit freiem Auge bereits weniger Glutnester erkennbar seien als zuletzt, seien noch sehr viele im Hang, die auch von Bodentruppen bekämpft werden müssten.

"Wir sind alle optimistisch, dass wir hier gute Erfolge erzielen und das in den nächsten Tagen in den Griff bekommen, aber es wird noch einige Tage dauern", betonte Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP), der einmal mehr die großartigen Leistungen der Helfer in den Vordergrund rückte.

In der Luft waren auch am Montag 16 Fluggeräte. Neben Hubschraubern von Bundesheer und Innenministerium unterwegs waren zwei Spezialhelikopter aus Deutschland - Sikorsky CH-53 - und die beiden aus Italien entsandten Canadair-Maschinen des Typs CL-415. Ebenso eingesetzt wurde einmal mehr eine Maschine aus der Slowakei.

Waldbrand im Rax-Gebiet: Hilfe aus Italien und der Slowakei

Löschflugzeuge und -hubschrauber aus Italien und der Slowakei helfen seit Sonntag bei den Löscharbeiten beim Waldbrand im Rax-Gebiet.

Diese Fluggeräte aus dem Ausland dürften dem Rax-Gebiet großteils noch mehrere Tage erhalten bleiben. "Der Einsatz der Maschinen aus Deutschland und Italien ist bis Mittwoch eingetaktet", sagte Huber zur APA.

Allein am Sonntag wurden bei knapp 1.100 Flügen beinahe 1,4 Millionen Liter Löschwasser verwendet. Insgesamt wurden bisher nach Angaben aus dem Büro von Pernkopf mehr als drei Millionen Liter über den Brandstellen abgeworfen.

Seitens des Bundesheeres wurde am Montag mit der Pilatus PC-6 auch ein mit einer Wärmebildkamera ausgestattetes Flächenflugzeug zur Anwendung gebracht. Die Maschine soll mit Luftbildern vom Brandgebiet zur zielgenauen Ortung von Glutnestern beitragen. "Der Vorteil beim Einsatz der Pilatus PC-6 ist, dass die Bilder unmittelbar aus der Luft direkt in die Einsatzzentrale übertragen werden können", erklärte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP).

Hoffen auf Kaltfront

Entspannung der generellen Lage könnte der seit Tagen ersehnte Niederschlag bringen. In der Nacht auf Dienstag soll eine Kaltfront eintreffen und verbreiteter Regen einsetzen.

Die Flammen waren am Montag der Vorwoche ausgebrochen. Das Feuer breitete sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf mehr als 100 Hektar. Die Brandursache ist weiter unklar, Ermittler gehen von einer "fremden Zündquelle" aus. Festgestellt wurde laut Polizeisprecher Johann Baumschlager mittlerweile, dass die Flammen an einer Stelle ausgebrochen sind, an der in der Vergangenheit immer wieder Lagerfeuer gemacht worden waren.

Quelle: Agenturen