APA - Austria Presse Agentur

Rassismus-Vorwurf: Nestlé benennt "Negrita"-Kekse um

22. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Schokokekse stoßen Kritikern sauer auf. Nestlé hat sich entschlossen nach 60 Jahren den rassistischen Namen seiner Süßigkeit zu ändern.

Nestlé wird Rassismus und Diskriminierung vorgeworfen. Die in Chile beliebten Schokoladenkekse hießen 60 Jahre lang "Negrita". Künftig werden sie unter dem Namen "Chokita" im Regal stehen, wie Nestlé am Mittwoch ankündigte. Die Entscheidung sei im Sinne einer "Kultur des Respekts und der Nicht-Diskriminierung" getroffen worden.

"Negrita" ist ein in Schokolade getauchter Vanillekeks. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie "kleiner schwarzer Mensch". Die männliche Version "Negrito" hatte dem uruguayischen Fußballstar Edison Cavani erst kürzlich eine Geldstrafe wegen Rassismus eingebracht. Auf Instagram hatte er sich mit "Danke, Negrito" bei einem Fan bedankt.

Rassistischer Kosename

Die Bezeichnungen "negrito" und "negrita" sind wie auch "gordo" (Dickerchen) oder die weibliche Version "gorda" in einigen lateinamerikanischen Ländern als Kosenamen weit verbreitet. Sie werden auch für Menschen benutzt, die nicht schwarz beziehungsweise übergewichtig sind. Zugleich ist Rassismus gegenüber Schwarzen und Ureinwohnern in vielen Ländern Lateinamerikas weit verbreitet.

Nestlé gab an, es gebe ein "gestiegenes Bewusstsein von Marken und ihrer visuellen Sprache in Bezug auf die Verwendung von Stereotypen oder kulturellen Darstellungen", die als "unangemessen" angesehen werden könnten. Zuvor hatte der Konzern bereits die Verpackung der "Negritas" verändert. Sie zeigt nun nicht mehr das Gesicht einer schwarzen Frau.

Quelle: Agenturen / lam